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Das australische Verteidigungsministerium hat wegen Schändung eines Gefallenen Ermittlungen gegen Angehörige einer australischen Spezialeinheit eingeleitet. Die Männer werden verdächtigt, alkoholische Getränke aus der Beinprothese eines gefallenen Taliban-Kämpfers getrunken zu haben.

Darüber berichtete „The Guardian“ unter Berufung auf einen Vertetrer des Verteidigungsministeriums. Demnach sollen die Ermittlungen in die Wege geleitet worden sein, nachdem Fotos im Netz aufgetaucht waren, auf denen australische Militärangehörige Bier aus einer Beinprothese eines gefallenen Talibankämpfers trinken. Die Aufnahmen zeigen auch, wie die Betroffenen die an einem Rucksack befestigte Prothese mit sich tragen. Die Fotos sollen 2009 in der Bar „Fat Lady’s Arms“ auf dem Stützpunkt der Spezialeinheit SASR in Afghanistan enstanden sein.

Wie es weiter heißt, gehörte die Prothese einem Kämpfer, der 2009 bei einem SASR-Angriff auf zwei Feldlager und auf einen in die afghanische Provinz Urusgan führenden Tunnelkomplex getötet worden war.

„Das Militär setzt sich zurzeit intensiv mit dem Fall auseinander“, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Die Ermittlungen seien eingeleitet worden, nachdem der Senator von South Australia, Rex Patrick, gefordert habe, die verantwortlichen Kommandeure wegen nicht erfolgter Unterbindung des Fehlverhaltens der Soldaten zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Zeitung teilt ferner unter Verweis auf Quellen in der australischen Spezialeinheit SASR mit, dass die Ranghöheren von den Vorgängen in den eigenen Reihen gewusst hätten. Demnach sollen sie den Umtrunk mit eigenen Augen gesehen und einigen Berichten zufolge sogar selbst daran teilgenommen haben.

Gemäß geltendem Recht in Australien wird die Abnahme fremden Eigentums ohne die Erlaubnis des Besitzers in Kriegszeiten als „Plünderung“ gewertet. Den Tätern drohen demnach 20 Jahre Haft.

Verstörender Bericht

Über mehrere Jahre hinweg ermittelte eine australische Untersuchungskommission unter der Leitung von Richter und Generalmajor der Reserve Paul Brereton zu vermutlichen Verbrechen, die von australischen Elitesoldaten beim Einsatz in Afghanistan begangen worden sein sollen. Am 19. November veröffentlichte Brereton einen Bericht, der brutale Vergehen gegegenüber Zivilisten und unbewaffneten Personen durch australische Militärangehörige zutage fördert.

Das Dokument wirft 25 ehemaligen und derzeitigen Soldaten der australischen Armee vor, 39 Morde verübt und mindestens in zwei Fällen ungerechtfertigte Brutalität gegenüber Afghanen an den Tag gelegt zu haben. Keines der Verbrechen sei während der Kampfhandlungen begangen worden. Die Opfer waren demnach Nichtkombattanten.

mka/gs





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Von Veritatis

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