Das bürgerlich-urbane Milieu, überwiegend gesettelt und zu sozial-ökologischen Ideen tendierend, hat es derzeit nicht leicht. So richtig trauen sich seine Exponenten nicht, sich offen gegen die Machteliten zu stellen. Auch den Kapitalismus als Bezugsrahmen allen politischen Handelns stellen sie nicht in Frage. Andererseits möchte man sich ja weiter kritisch geben und sein Selbstbild als Moral-Avantgarde aufrechterhalten. Diesem Dilemma entgeht die linksintellektuelle „Mitte“ vor allem durch einen antifaschistischen Furor, der es erlaubt, einerseits angepasst zu bleiben und sich andererseits quasi als Widerstandszelle gegen einen drohenden neuen Rechtsradikalismus zu inszenieren. Mit Letzterem sind jedoch niemals die Täter der herrschenden Kriegs- und Ausbeutungsmaschinerie gemeint, sondern immer eher Systemopfer und Ausgegrenzte, die sich im Zustand der Desorientierung bestimmten als unkorrekt geltenden Ideen anschließen. Ideen, die zum Beispiel nicht in der erwünschten Weise migrationsfreundlich und pro-feministisch sind. Der Autor setzt sich in diesem Beitrag vor allem mit dem Extremismusforscher Wilhelm Heitmeyer auseinander, dessen Werk von Unverständnis für die Mentalität ihm fremder „Milieus“ zeugt.



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Von Veritatis

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