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Nach dem Aufruf der geschäftsführenden US-Botschafterin in Berlin Robin Quinville zum Bau-Moratorium für Nord Stream 2 hat der renommierte russische Politikwissenschaftler Sergej Markow das tatsächliche Ziel der US-Sanktionen genannt.

Die US-Sanktionen gegen das Projekt richteten sich in der Tat gegen Deutschland, da zwischen deutschen und US-amerikanischen Unternehmen ein ernsthafter Wettbewerb um die Weltmärkte bestehe, so Sergej Markow, Chef des Instituts für politische Forschung, in einem RT-Interview. Deutschland werde aus seiner Sicht trotz des US-Widerstandes „verzweifelt für die Pipeline kämpfen“.

„Der Zugang zu billigem und stabilem russischem Gas ermöglicht es deutschen Unternehmen, die Kern des europäischen Geschäfts sind, ihre Produktion konkurrenzfähiger zu machen und damit die Märkte zu erobern“, erläuterte Markow. 

Dank Nord Stream 2 könne die deutsche Industrie stabile, billige und umweltfreundliche Energiequellen erhalten. 

Zuvor hatte die geschäftsführende US-Botschafterin in Berlin, Robin Quinville, in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin „Handelsblatt“ mitgeteilt, dass das russische Projekt darauf abziele, „die Ukraine zu umgehen und Europa zu spalten“. Sie forderte Deutschland und die EU auf, ein Moratorium gegen den Bau zu verhängen, um ein „deutliches Zeichen“ zu setzen, dass „Europa das anhaltende bösartige Verhalten Russlands“ nicht länger hinnimmt. 

Nord Stream 2

Das Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland. Die Pipeline verläuft in den Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro. 

Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf. Washington hatte im vergangenen Dezember Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte daraufhin die Arbeit ein. 

Offiziell teilte der Konzern Gazprom im August mit, dass er weiter zu seinen Plänen zum Weiterbau von Nord Stream 2 stehe und die dafür notwendigen Arbeiten erfülle. Das Unternehmen sei jedoch in der öffentlichen Preisgabe der Informationen beschränkt, unter anderem wegen des erheblichen Drucks, der auf das Projekt ausgeübt werde.

om/ae





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Von Veritatis

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