Jeder Krise wohnt eine Chance inne, wissen wir alle. So zumindest heißt es oftmals tröstend, wenn irgendwo ein Problem auftritt. Nun sieht auch das ZDF – der von allen gemeinsam finanzierte öffentlich-rechtliche Sender – in der Krise eine Chance. Chef Peter Frey kommentierte es selbst.

Wir haben, so stellte er richtig, keinen „Lockdown“, sondern lediglich einen „Shutdown“. Ein Lockdown würde mit Ausgangsbeschränkungen und -sperren belegt sein, die wir noch gar nicht haben. Dann dürften wir auch tagsüber nicht nach draußen gehen. Das würde uns nicht zugemutet.

Achtung: Noch nicht. Erstaunlich, denn die Unterscheidung zwischen Lockdown und Shutdown soll suggerieren, die Lage sei übersichtlich oder aushaltbar. Genau dies ist jedoch in Zweifel zu ziehen.

Schäden immens

Die Schäden im Land sind immens und werden weiter wachsen. Wir haben in anderen Beiträgen die Schätzungen dazu veröffentlicht und wissen wie alle anderen noch immer nicht, ob die Situation halbwegs korrekt widergespiegelt ist.

Der aktuelle Lockdown ist insofern mehr als ein „Shutdown“, als wir ein gewaltiges Experiment durchleben. Denn sogar die Politik fühlt sich bemüßigt – hier Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, darauf zu verweisen, vor Weihnachten möglichst nicht zu viel einkaufen zu gehen.

Erstaunlich genug. Denn die Wirtschaft funktioniert anders, als Peter Altmaier sich das offenbar erklären kann. Umsätze, die in diesen Tagen nicht erfolgen, werden in der Zukunft in aller Regel gerade nicht nachgeholt.

Der Geldumlauf und dessen Geschwindigkeit ist neben der Geldmenge eine der zentralen Variablen für die Wirtschaftskraft. Das Tempo des Geldumlaufs wird während des Lockdowns dramatisch sinken und lässt sich anschließend nicht einfach wieder hochfahren.

In diesem Sinne erleben wir keinen „Shudown“, sondern tatsächlich einen „Lockdown“. Die Wirtschaft, die nichts anderes als gesellschaftliche Aktivitäten widerspiegelt, würgt sich ab. Dies trifft nicht „die“ Großkonzerne, sondern uns alle. 



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Von Veritatis

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