Die Impfstoff-Rallye hat begonnen. Sowohl in China, in Russland wie auch im Westen haben konkurrierende Impfstoffe gegen das Corona-Virus nun den Weg in die Verimpfung gefunden. Impfstoffe von Unternehmen, die aktuell die Studienphasen noch nicht durchlaufen haben (CureVac) oder die Zulassung beantragt haben (AstraZeneca) kommen noch hinzu.

Dabei werfen wirtschaftsorientierte Kritiker inzwischen die Frage auf, wer auf welche Weise bei den Impfstoffen überhaupt verdient. Denn immerhin haben die Unternehmen aus Sorge vor einer lang anhaltenden Pandemie zahlreiche staatliche Unterstützungen erfahren. Dies scheint, so auch Kritiker, sinnvoll.

Wem aber gehören dann die derart unterstützten Patente?

Die NYT hat beispielsweise bemerkt, dass die sogenannten Industriestaaten im Norden etwa 51 % der Impfstoffe für sich beansprucht haben – vielleicht als Gegenleistung für die Unterstützung wirtschaftlicher Natur. Sie stellen allerdings lediglich 13 % der gesamten Weltbevölkerung.

Demnach würde etwa die EU auf Basis der Lieferverträge die Bevölkerung gleich zweimal impfen, Großbritannien dreimal und die USA bis dato fast 1,5mal.

In den ärmeren Ländern werden lediglich fast 20 % der Menschen geimpft werden können. Das wiederum kritisierte auch die UN durch ihren Generalsekretär Antònio Guterres kürzlich auf einer Pressekonferenz und forderte „Spenden“ der Länder und Gemeinschaften, die zu viele Impfstoffe – vertraglich – erworben haben.

Nun ist bekannt, dass die Impfstoffe etwa in Deutschland auch in den kommenden Monaten noch nicht ausreichen, um die Bevölkerung durchzuimpfen. Dennoch wirft die Verteilungsfrage hier Bedenken auf:

Wenn die ärmeren Länder einen hinreichend großen Anteil erhalten sollen, ist es richtig, hier auf „Spenden“ angewiesen zu sein? Entscheidend dürften hier die Produktionspatente sein, die auf Jahre den Pharmakonzernen gehören. Diese haben die Patente gegen Milliarden-Unterstützungen der Regierungen – hier im reichen Norden – erzeugt. Dabei haben die Industrienationen offenbar vergessen, dass Patente dieser Art der größte Motor für die Verknappung der Impfstoffe sein werden.

Hoffen wir, dass sich die ungleiche Verteilung in einer mobilen Welt nicht noch rächt.



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Von Veritatis

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