Was aber ist digitaler Imperialismus? Algorithmen, also Computerprogramme, erfassen fast jeden Schritt, den wir tun. Sie schlagen uns beim Schach oder empfehlen uns einen passenden Partner beim Online-Dating. Jeder Like auf Facebook und jeder Film, den wir auf Netflix anschauen, wird registriert. Auch die Kontakte auf unserem Smartphone können abgegriffen werden. Aus all diesen Daten ist eine digitale Akte über jede und jeden von uns entstanden. Aber wir selbst haben keinen Zugriff auf diese digitale Akte, wir können also nicht prüfen, welche Informationen über uns gesammelt wurden. Wir wissen nicht einmal, wer alles eine digitale Akte über uns hat. Und es ist auch nicht möglich, die eigene digitale Akte zu löschen. Weil wir alle im Informationszeitalter leben, hinterlassen wir täglich digitale Spuren. Es ist noch nicht so lange her, als Apple-Chef Steve Jobs 2007 in San Francisco der Welt das erste iPhone präsentierte. Heute tragen fast alle Smartphones mit sich herum. Daher wird unser Weg täglich aufgezeichnet. Am Ende des Jahres können wir auf Google Maps sehen, wo wir überall waren. Das gab es noch nie in der Menschheitsgeschichte. Wenn wir statt mit Bargeld mit der Kreditkarte bezahlen, wird unser Ein- kauf registriert. Daher wollen die Freunde der totalen Überwachung das Bargeld weltweit abschaffen. In der U-Bahn oder im Fußballstadion erfassen Kameras unser Gesicht. Jede Website, die wir besuchen, wird notiert. Wenn wir online ein Ferienhaus in Italien mieten, erhalten wir danach wochenlang Werbung für Ferienhäuser. Wenn wir auf dem Smartphone einen Tisch in einem Möbelhaus suchen, werden wir bald danach Möbelwerbung erhalten. Wer auf YouTube Beiträge über vegane Ernährung schaut, erhält zum selben Thema weitere Vorschläge.

Der Beitrag Dr. Daniele Ganser im Gespräch: Digitaler Imperialismus, was ist das? erschien zuerst auf uncut-news.ch.



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Von Veritatis