Hollywood.

Wie fast bei allen Projekten rund um die Comic-Helden des Verlages “Marvel” wurde auch um “Wanda Vision” recht große Geheimhaltung betrieben. Verständlicherweise: Denn eigentlich wurde der menschliche Roboter Vision, gespielt von Paul Bettany, bereits in “Avengers: Infinity War” unwiderruflich getötet.

Und da fängt das erste Problem an beziehungsweise fällt der erste Punkt der Serie auf, der in den Fokus rückt: Man benötigt nun doch ein wenig Vorkenntnisse über die Figuren und die Handlung des gesamten Marvel Cinematic Universe (MCU). Während es bis dato Serien wie “Agents von Shield” oder “Peggy Carter” gab, die sich zwar auf die Filme des MCU bezogen, aber nie deren Handlung beeinflusst haben, ändert sich das mit der auf Disney+ gezeigten Serie “Wanda Vision”.

Daher sei kurz gesagt: Wanda Maximoff (gespielt von Elizabeth Olsen) ist eine durch Genmanipulation erschaffene Hexe, die Gedanken und Objekte beeinflussen kann. Vision ist ein Android, der von Iron Man geschaffen wurde, um die böse, künstliche Intelligenz Ultron zu besiegen. Beide sind nicht nur Teil des legendären Heldenteams “Die Avengers” um Iron Man und Captain America, sondern auch ein Paar. Vision trägt einen der Infinity-Steine, die Oberbösewicht Thanos sammeln will, um das Universum um die Hälfte seines Lebens zu reduzieren und wird, wie bereits erwähnt, in “Avengers: Infinity War” unwiderruflich getötet. Man merkt, das Ganze wird kompliziert und so birgt die Serie Gefahr, dass es für Außenstehende recht schwer wird, in die Figuren und Handlung einzusteigen. Doch das stimmt nicht so ganz. Denn während dem Zuschauer in den ersten Folgen eine heile Welt, in der Wanda und Vision verheiratet sind, vorgespielt wird, zeigt diese Welt Risse und reiht sich im Laufe der Serie in die bekannten Ereignisse ein und baut neue Mysterien auf. Der Zuschauer wird ab dem ersten Moment auf eine humorvolle und dennoch aufklärende Art und Weise in die Welt von Wanda und Vision mitgenommen. Die Beziehung zwischen den beiden wurde über die Avengers-Filme recht holprig erzählt und unterlag oft größeren Erzählsträngen. Aber wirkliche Publikumslieblinge waren Wanda und Vision nie.

Als Hommage an US-Sitcoms der letzten 70 Jahre fängt die Serie in Schwarzweiß und im 4:3-Bildformat an, bevor sie sich immer mehr in eine Neuzeit-Optik verwandelt. Mit jeder Folge springt das Setting in eine andere Dekade der TV-Sitcoms, die ersten drei Folgen widmen sich so den 1950ern, 1960ern und 1970ern. Freche Gags, eine enorme Detailverliebtheit und eine gekonnt spannungsvoll inszenierte Handlung begünstigen diesen innovativen Ansatz, der zu keiner Minute langweilig wird. “Wanda Vision” überzeugt als erste Serie des MCU mit Eröffnungsfolgen, die sich keiner Konvention beugen und trotzdem für eingefleischte Fans Lust auf mehr machen.

Und das Jahr scheint auch weiterhin im Zeichen der Comic-Helden und -Schurken von Marvel zu stehen: So sind ab März “The Falcon and the Windersoldier”, die besten Kumpels von Captain America, auf Disney+ zu sehen, im Mai startet “Black Widow” in den Kinos und eine Loki-Serie zum Stream.



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Von Veritatis