Der Begriff „Verschwörungstheorie“ beziehungsweise „Verschwörungstheoretiker“ kann in Debatten gemeinhin als ideologischer Kampfbegriff verstanden werden. Er ist eine „argumentative Viagra-Kapsel“, ein Totschlagargument in Diskussionen mit kritischen Zeitgenossen, die eher zur „roten Pille“ greifen, die also das Zeitgeschehen kritisch(er) und mit Einsatz ihres eigenen Verstandes verfolgen. Diesen gegenüber stehen blauäugige Betrachter des Zeitgeschehens, die Konspiration, also geheime Absprachen zwischen zwei oder mehreren Personen zum Nachteil eines oder mehrerer Dritter, für wirre Hirngespinste halten. So pathologisieren sie, ungeachtet dessen, dass sowohl die ältere als auch die jüngere Menschheitsgeschichte sehr viele — teils sehr prominente — Beispiele für derlei Übeltaten bereithält, jene, die auf die Möglichkeit einer solchen Verschwörung hindeuten. Dabei werden diese „Aluhüte“ in einem weitaus höheren Maße den Idealen der Aufklärung gerecht als jene, die den massenmedial verabreichten Informationsfraß arglos wiederkäuen und diejenigen attackieren, die diesen unter die Lupe nehmen.



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Von Veritatis