Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Thomas Rießinger

In seiner Pressemitteilung Nr. 032 vom 22. Januar 2021 hat das Statistische Bundesamt neben seinen Befunden zur Übersterblichkeit die folgende Tabelle veröffentlicht:


Hier werden die wöchentlichen Sterbefallzahlen für das Jahr 2020 aufgelistet, wobei die ersten 39 Kalenderwochen zu einem großen Posten zusammengefasst sind. Am Ende findet man dann in der Spalte „Gesamtzahl 2020“ und der Zeile „KW 1-52“ den Wert 972.155.

Bis zum Ende der 52. Kalenderwoche, also bis einschließlich 27.12.2020, sind nach dieser Tabelle im Jahr 2020 exakt 972.155 Sterbefälle aufgetreten. Eine klare und präzise Zahl, nur leider eine falsche Zahl. Sieht man sich nämlich die verfügbaren Daten genauer an, so stellt man fest, dass bei tagesgenauer Zählung die Anzahl der Sterbefälle im Jahr 2020 in Wahrheit bei 966.828 lag, das sind immerhin 5.327 weniger. Wie kommt das? Allem Anschein nach hat man beim Verfassen der Pressemitteilung vergessen oder übersehen, dass Kalenderwochen gemeinhin an einem Montag beginnen, Kalenderjahre diese Eigenschaft aber nicht immer teilen. Tatsächlich begann das Jahr 2020 mit einem Mittwoch, weshalb die erste Kalenderwoche noch mit zwei Tagen, mit den letzten beiden Tagen des Jahres 2019 belastet war. Und ein Blick in die tagesgenauen Auswertungen des Jahres 2019 zeigt, dass am 30.12. und 31.12.2019 insgesamt 5.327 Sterbefälle vorlagen, welch ein Zufall!

In einer öffentlich zugänglichen Tabelle schlägt man also kurzerhand mehr als 5000 Tote, die eindeutig dem vorhergehenden Jahr anzulasten sind, dem Jahr 2020 zu und verliert kein Wort darüber. Sicher, wer immer das möchte, kann sich in den zugänglichen Excel-Tabellen informieren, aber man darf mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der übliche interessierte Leser das nur selten tun wird, der Politiker oder gar der Journalist des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schon gar nicht. Schließlich hat man ja eine schöne und übersichtliche Tabelle der Pressestelle, und die wird schon stimmen.

Der genaue numerische Wert spielt in diesem Zusammenhang nicht die Hauptrolle, sondern die Tatsache, dass eine Bundesbehörde in ihren Pressemitteilungen überhöhte Zahlen veröffentlicht und man davon ausgehen darf, dass es kaum einer merkt. Ein verzeihlicher Fehler? Mag sein; in diesem Fall sollte man hoffen, dass er nicht mehr vorkommt. Oder etwa Absicht, um die vermutete Übersterblichkeit möglichst groß und eindrucksvoll aussehen zu lassen? Was auch immer zutreffen mag, der Steigerung des Vertrauens in das ohnehin immer grotesker werdende Handeln und Wandeln der sogenannten Verantwortlichen dürften solche Verfahrensweisen nicht zuträglich sein.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

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Bild: Twin Design/Shutterstocky
Text: Gast 

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Von Veritatis