Leipzig/Dresden (dpa/sn) – Die Kinder- und Jugendtheater in Leipzig und Dresden experimentieren in der Corona-Pandemie mit digitalen Formaten. Das Theater der Jugend Welt (TdJW) in Leipzig schickt am 1. Februar sein digital-analoges Projekt «Gulliver» auf die Reise. Es soll von einer animierten Webserie auf Youtube über ein Computerspiel im echten Leben im Theaterbus ankommen, wie das TdJW mitteilte. Das Dresdner Theater Junge Generation (tjg) lädt derzeit unter dem Titel «Abflug Terminal Sofa» zu digitalen Überraschungsreisen ein.

Winnie Karnofka, Intendantin des TdJW, sieht es als Zwangsläufigkeit an, sich als junges Theater mit digitalen Formaten zu beschäftigen. «Unser Publikum ist digital native», sagte sie. «Das muss nicht bedeuten, dass wir uns als Theater selbst immer im digitalen Raum bewegen. Aber dadurch entstehen zum Beispiel andere Ästhetiken. Damit müssen wir uns auseinandersetzen.»

«Gulliver» starte zwar in der Corona-Krise, sei aber tatsächlich schon vorher geplant worden. Es wurde mit der Berliner Komplexbrigade umgesetzt. Bei einer anderen Inszenierung, dem Puppentheater «Frederick», war das TdJW im Dezember tatsächlich wegen der Pandemie von der Bühne in Zoom gewechselt. «Das kommt ziemlich gut an», berichtete Karnofka. Weil die kleinen Zuschauer auch zum Mitmachen aufgefordert würden, entstehe auch über die Videoschalte ein echtes Theatererlebnis.

Auch das tjg in Dresden setzt auf Mitmach-Effekte. Die Zuschauer von «Abflug Terminal Sofa» bekommen vorab per Post Dinge zugesagt, die sie während der Zoom-Schalte benutzen sollen und können. Die Schauspieler erzählen dem Publikum vor den Bildschirmen dann kleine Geschichten, teils auch als Puppenspiel. «Das wird sehr gut angenommen», berichtete tjg-Sprecher Norbert Seidel. Das Theater setze immer neue Termine an.

Den Dresdnern gehe es bei den digitalen Angeboten darum, mit dem Publikum im Kontakt zu bleiben, sagte Seidel. Auch für die Schauspieler und Schauspielerinnen sei es wichtig, überhaupt spielen zu können. Ein dritter Punkt sei schließlich etwas, das Seidel «kulturpolitische Sichtbarkeit» nennt: Das junge Theater soll trotz Schließung im Lockdown in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

 

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Von Veritatis