Mit einem Protest-Video gegen die Corona-Maßnahmen sorgt eine Initiative „Unternehmer AKTIV“ aus Süddeutschland für Furore in den sozialen Netzwerken. Und für Ärger in den großen Medien – die Augsburger Allgemeine verortete die Geschäftsleute, die in der Fuggerstadt auch schon auf die Straße gingen, sofort zwischen „Querdenkern“ und „AfD“ – worüber die gar nicht glücklich waren, weil sie in keine Schubladen wollen. Eine der Forderungen: „Die mediale Spaltung muss ein Ende finden, und das bewusste Schüren von Angst muss aufhören„. Und: „Wir wollen Covid nicht klein reden, und wir wollen Covid auch nicht leugnen. Aber stoppen Sie diese unverhältnismäßige Maßnahmen! Und die Lockdowns führen zu gar nichts!“ Teilweise seien die präsentierten Zahlen „wider jede Vernunft“. Sowie: „Und wenn uns jetzt gesagt wird, wir dürften diese Regeln niemals hinterfragen, dann sollten bei uns alle Alarmglocken angehen. Und viele sind still und äußern sich nicht, weil sie Angst haben. Wenn jemand schon wirklich Angst haben möchte, dann doch besser vor dem, was kommen wird, wenn wir jetzt nichts tun!“ Ich habe das Video hier auf meinem Youtube-Kanal veröffentlicht und einen der Köpfe der Initiative, Klaus Götsch aus Babenhausen, gebeten, mir einige kurze Fragen zu beantworten:

Wer steckt hinter der Initiative?

Wie kamen Sie zusammen? Da ist einerseits die Initiative „Unternehmer AKTIV“, andererseits in Augsburg „Zukunft in Not“? Das klingt etwas verästelt…

Es ergeben sich in der Tat gerade mehrere Verästelungen, die jedoch völlig eigenständig agieren. Wir haben mit den Augsburger Kollegen (ca. 350) zwar einen hervorragenden Kontakt, aber jeder arbeitet für sich eigenständig. Aktuell werden mehrere solcher Gruppierungen gegründet und das möchte ich fast sagen bundesweit.

Der Großteil unserer Gruppierung kommt aus dem bayerischen Schwabenland – allerdings sind auch einige aus Ulmer Richtung dabei. Um es genau zu benennen sind wir eine Gruppierung aus dem Illertal, dem Unterallgäu sowie Ulm und Umgebung. Die Anzahl der „Mitglieder“ dürfte bei mittlerweile ca. 70 liegen (Tendenz seit unserem Video stark steigend).

Wie kamen Sie zusammen?

Überraschenderweise haben sich unabhängig voneinander und zur gleichen Zeit zwei Unternehmerkreise in unserer Region gebildet. Eben das Illertal/Unterallgäu und die Gruppe Weißenhorn/ Ulm. Per Zufall sind die beiden Gruppierungen bei einer Aktion auf sich aufmerksam geworden und haben sich sofort vernetzt. Diese Vernetzung geschieht gerade mit teils atemberaubender Geschwindigkeit in ganz Deutschland. Die Idee an sich lag wirklich in der Not begründet es tun zu müssen. Es bleibt bei dieser von der Regierung leider kommunizierten Perspektivlosigkeit und dem Hangeln von Lockdown zu Lockdown einfach nichts anderes übrig als gemeinsam für eine Sache einzustehen. Die Unternehmen und Selbstständigen, gerade bei uns auf dem Land, kennen sich natürlich großteils und eine Vernetzung ist nicht sehr schwer.

Um ein paar exakte Beispiele unserer Notwendigkeit des Handelns zu nennen:

Wie wir im Video erwähnten ist das Messegeschäft gänzlich weggebrochen und gerade diese waren es, die einigen unserer Freunde und Mitstreiter den finanziellen Bestand und Gewinn garantierten.

Ich selbst lebe beispielsweise zu einem Großteil von Rundfunk- und TV-Werbung. Sie können sich sicher vorstellen, dass die Werbeetats der Firmen das erste waren, die gekürzt, gestrichen oder ausgesetzt wurden. Und obwohl man jederzeit Filme drehen dürfte, ist die Angst bei den Kunden etwas falsch zu machen und empfindliche Strafen zu erhalten, größer als die Angst vor einer Ansteckung. Sämtliche Drehs liegen seit einem Jahr auf Eis, und das obwohl man dürfte, sich aber niemand traut.

Die Zwangsschließung der Fitnessstudios und Gastronomie brauche ich nicht extra zu erwähnen. Die Kampfsportschule? Ebenfalls „geschlossen“… Unser Biomarktbetreiber hat zwar geöffnet und kämpft nicht unbedingt gegen Verluste in Form monetärer Auswirkung, sondern um Respekt, Frieden und Vernunft im Kreise seiner Kunden, die sich angehen wie ein teils wild gewordenes Wolfsrudel. Ein anderer Supermarktbetreiber weiß so langsam nicht mehr, wo er das nötige Personal herbekommen soll, weil sämtliche 450-Euro-Kräfte nur noch am „Home schoolen“ sind und die Familie verständlicherweise vor dem Beruf steht.

Klaus Götsch

Was hat Sie bewegt zu dem Video?

Schlicht der unbedingte Wille mit Nachdruck öffentlich deutlich zu machen, dass unsere Wirtschaft vor einer Katastrophe steht. Einigen unserer Kollegen steht das Wasser bis zum Hals und sie sind kurz vor dem Verlust ihrer eigenen, sowie der Existenz ihrer Mitarbeiter. Welchen Rattenschwanz diese desolate Lage nach sich zieht, scheint den wenigsten aktuell bewusst zu sein. Wir versuchten also zuerst über die üblichen Medien wie Zeitung und Rundfunk auf uns aufmerksam zu machen und den Kontakt zu Lokal-, wie Kommunalpolitikern zu suchen um an einer vernünftigen Lösung zu arbeiten. Allerdings ohne Erfolg. Wir wurden zwar von vielen Lesern als äußerst positiv wahrgenommen, aber die Politik hat sich zunächst bis auf wenige Ausnahmen schlichtweg nicht für uns interessiert. Also mussten wir das Medium ändern und uns über andere Wege Gehör verschaffen.

Was sind die Ziele?

Die Ziele sind unsere eigene unternehmerische Freiheit zurück zu bekommen. Wir fühlen uns sehr wohl in der Lage entsprechende Hygienekonzepte umzusetzen, die uns und unsere Mitarbeiter sowie unsere Kunden vor Krankheit schützen. Übrigens war uns auch weit vor der Corona Pandemie schon klar, dass wir uns bei Krankheit nicht unbedingt um den Hals fallen sollten und dem Mitarbeiter selbstverständlich das Auskurieren zu Hause nahelegen. Wir übernehmen seit Jahrzehnten Verantwortung für unser Handeln und Tun, für die Existenz unserer Mitarbeiter, aber auch für die unserer Kommunen durch hohe Gewerbesteuerabgaben und dergleichen. Wenn wir uns nicht bald davon befreien können, dass mehr der Staat unsere Unternehmen führt als wir selbst, dann droht uns eine deutschlandweite Entlassungswelle nicht geahnten Ausmaßes sowie das Schwächen unserer Kommunen und der Gemeinden durch Wegfall immens wichtiger Gewerbesteuern.

Wie läuft es bisher, also wie sind die Reaktionen?

Die Reaktionen auf unser Video sind überwältigend positiv. Wir bekommen Rückendeckung von vielen Kollegen, Mitunternehmern aber auch aus der Bevölkerung. Über 150 Emails gingen innerhalb von vier Tagen bei uns ein. Die Verbreitungswege sind schon lange nicht mehr nachvollziehbar und das Verhältnis zwischen Likes und Dislikes spricht eine klare Sprache. Bei nur einem unserer privaten Youtube Accounts bekamen wir Stand heute bei gut 110.000 Views satte 13.919 Likes gegenüber 336 Dislikes. Das spricht eine ganz klare Sprache, die sowohl von Politik als auch den meisten Medien sehr gerne überhört wird. Einige der Menschen danken uns für unseren Mut, andere sind tatsächlich enttäuscht, dass wir nicht schon früher aufgestanden sind. Es ist klar raus zu lesen, dass die Menschen eine Perspektive brauchen, Angst unser Land lenkt und viele keinen Sinn mehr darin sehen sich von Lockdown zu Lockdown zu hangeln. So langsam werden die katastrophalen Begleitschäden der Pandemie unübersehbar und hier stellt sich schon die Frage, ob sich diese hätten verhindern lassen.

Natürlich gibt es auch Gegenwind, allerdings von üblicher und zu erwartender Seite. Eben der von uns als großteils „staatstreu“ titulierten Medien. Leider halten sich selbige nur an zwei ganz bewusst provokant gewählten Ausrücken auf und zwar eben die „staatstreuen Medien“ und die „Gesundheitsdiktatur“. Sie suchen ausschließlich in unserer Vergangenheit nach eventuell Negativem und versuchen diese als einziges Argument zu sehen, anstatt sich mit der Gegenwart und unserem eigentlichen Hilferuf zu beschäftigen. Genau diese Situation gibt uns in unserem Denken recht, dass auch die Medien keine andere Antwort mehr wissen als die „Political Correctness“ der heutigen Zeit.

Wir bekamen beispielsweise Unterstützung von unserem sehr geschätzten Unterallgäuer Landrat, der das Video nach einem persönlichen Gespräch mit uns auf seiner Facebookseite geteilt hatte und der einzige von politischer Seite war, der offen hinten uns stand, während wir von anderen, z.B. Bürgermeistern oder auch Kreis- wie Landtagsmitgliedern zwar großes Lob und den Schulterklopfer bekamen, sie sich aber nicht trauten, das öffentlich zu tun. Seither muss sich unser Landrat mit einer medialen Berichterstattung konfrontiert sehen, die weder das eigentliche Problem kommuniziert, noch auch nur im Geringsten mit den im Video angesprochenen, wirtschaftlich politischen Themen zu tun hat. Es geht den Medien nur um eventuell strittige Verbindungen und um ein „Hau drauf“, auch gegenüber dem obersten Leiter unserer Unterallgäuer Behörde, einem Landrat, der sich den Sorgen und Nöten seines Wirtschaftsmotors annimmt. Wo leben wir hier eigentlich? Was das Video in jedem Fall geschafft hat, war eine Diskussion anzureißen, die so noch nicht öffentlich stattgefunden hat und genau das war das Ziel. Schade, dass dieses Ziel in der Berichterstattung völlig außer Augen verloren scheint.

Wie machen Sie weiter?

Was fest steht ist, DASS wir weitermachen. Wie das genau aussieht möchte ich im Detail noch nicht verraten. Es wird sicher weitere Videos geben, aber wir arbeiten aktuell auch an einem weiteren Projekt, welches definitiv im größeren Rahmen für Aufsehen sorgen wird. Was wir uns grundsätzlich zum Motto gemacht haben ist, unser eigenes Spielfeld zu gestalten auf dem wir kämpfen. Wir werden uns nicht in irgendwelche politischen Ecken drücken lassen und wir werden auch nicht darauf eingehen, wenn es jemand anderes macht. Wir sehen es nicht als notwendig an, den Lokalblättern, deren Werbekunden und Finanzier wir übrigens sind bzw. waren, Rede und Antwort zu stehen, wenn sie uns als einstigen Kunden nicht ernst nehmen oder gar in den Rücken fallen. Wir haben über unsere Kanäle weit mehr Schlagkraft, Aufmerksamkeit und somit Möglichkeiten etwas zu bewegen. Und genau das werden wir versuchen zu tun.

Kontakt der Initiative: [email protected]


Bild: „Unternehmer aktiv“
Text: red




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Von Veritatis