Die Sendung am 19. Februar 20:00 Uhr war wieder einmal eine einzige Zumutung. Wieder einmal eine Sendung, die mit Journalismus nichts zu tun hat. Mit kritischem Journalismus sowieso nicht. Von Minute 2:50 bis 6:28 wird von der Münchner Sicherheitskonferenz berichtet, im Anschluss daran dann noch ein ARD-extra. 15 Minuten lang Propaganda des Bayerischen Rundfunks für den neuen US-Präsidenten, für wachsende Militärausgaben und die neue Konfrontation gegenüber Russland. US-Präsident Biden behauptet, Russland sei eine Bedrohung für die westlichen Demokratien. – Bitte beachten, dass diese insgesamt fast 20 Minuten im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor allem einer privaten Einrichtung, der Münchner Sicherheitskonferenz, einer Lobby für Militär und NATO, gegolten haben. Wenn Sie die Zeit haben, dann schauen Sie sich das bitte an und holen möglichst viele Enkel, Kinder, Eltern und Freunde dazu. Albrecht Müller

Das ist ein Lehrstück zur Dokumentation des Niedergangs des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Es ist ein Lehrstück zur Dokumentation der Grundeinstellung unserer Eliten: Militär ersetzt Politik, Konfrontation ersetzt die vereinbarte Verständigung. Es ist deutlich zu spüren, dass die Aggression und die Niedermache der potentiellen Gegner Russland, China, Iran usw. auch den Zweck hat, die angebliche eigene ethische und politische Qualität in gutem Licht erscheinen zu lassen. Wir sind die Guten. Diese Behauptung versucht man dadurch zu begründen, dass man den potentiellen Gegnern alles Böse unterstellt – Russland zum Beispiel, es wolle die westlichen Demokratien destabilisieren. Hier wird wieder einmal der von mir beschriebene Wippschaukeleffekt angewandt. Siehe hier und hier.

Es wird bei der Tagesschau von gestern und bei ARD extra auch sichtbar, wie beflissen die deutsche Bundeskanzlerin mehr Rüstungsausgaben anbietet und an der Konfrontation gegenüber Russland arbeitet. Auch Ursula von der Leyen darf beim Feindbild-Aufbau nicht fehlen.

Übrigens: die anderen großen Medien sind nicht viel anders. Ihre Berichte und Kommentare ziehen in die gleiche Richtung.

Hier zum Beispiel die Bild-Zeitung:

US-PRÄSIDENT JOE BIDEN BEI DER MSC
„Putin will Europa und die Nato schwächen“
Biden stoppt Truppenabzug aus Deutschland

Und hier zum Beispiel der Berliner Tagesspiegel:

„Gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam“
Joe Biden ist da – und Amerika ist zurück!
Bei der Sicherheitskonferenz versprach der US-Präsident, Amerika sei zurück. Aber Partnerschaften bringen auch Pflichten mit sich. Ein Kommentar.
JULIANE SCHÄUBLE

Die anderen Medien sind nicht besser. Sie folgen dem gleichen Kurs. Eine wirklich gleichgeschaltete Medienlandschaft. Siehe dazu Bild oder FAZ oder Süddeutschen Zeitung oder Frankfurter Rundschau oder Berliner Tagesspiegel. Überall das gleiche. Überall die gleiche Sauce. Lobeshymnen für einen der hunderttausende von Menschen auf dem Gewissen hat, weil er immer auf der Seite jeder war, die die Kriege des Westens befürwortet haben.

Und zum Beispiel auch die Süddeutsche Zeitung:

Münchner Sicherheitskonferenz:
“Die transatlantische Allianz ist zurück”

Nirgendwo ist der Geist der Entspannungspolitik und die politische Absicht zu erkennen, Konfrontation abzubauen, sich mit Russland zu verständigen und mit China nicht einen neuen Konflikt aufzumachen. Die Verständigungs- und Friedenspolitik ist vom Tisch gefegt. Jetzt führen die Scharfmacher wieder das Wort und die deutschen Medien einschließlich der Tagesschau und der ARD bieten sich als ihre Lautsprecher an.



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Von Veritatis