Frankfurt/Main (dpa) – Inflationssorgen haben den deutschen Aktienmarkt belastet. Allerdings verringerten sich die Auftaktverluste rasch, und so geht der Kampf zwischen Bullen und Bären in die nächste Runde.

Die Pessimisten fürchten einen sich weiter beschleunigenden Zinsanstieg am US-Anleihemarkt. Die Optimisten indes setzen auf eine Wirtschaftserholung weltweit im Zuge der Impfkampagnen und sehen Kaufgelegenheiten in fallenden Kursen am Aktienmarkt. Zudem intervenieren aktuell viele Notenbanker verbal, dass der Renditeanstieg keine Gefahr sei und auch weiterhin Spielraum für eine extrem lockere Geldpolitik bestehe.

Nachdem der Dax zum Handelsstart noch in Richtung 13 700 Punkte abgesackt war, zeigte sich der deutsche Leitindex im weiteren Verlauf mit minus 0,24 Prozent auf 13.846,28 Punkte dann rasch wieder recht erholt. Auf Wochensicht steht aktuell ein Minus von rund einem Prozent zu Buche. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab um 0,68 Prozent auf 31.427,67 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,48 Prozent auf 3667,43 Zähler.

Am Vortag noch hatte der Dax einen kurzen Ausflug über die 14.000 Punkte gewagt und war in Richtung seines Rekordhochs gelaufen, bis Gewinnmitnahmen einsetzten.

Unter den Nebenwerten zogen vor allem die Aktien von Grenke die Aufmerksamkeit auf sich, die um 12,5 Prozent hochsprangen. Der wegen seiner Bilanzierung in der Kritik stehende Leasingspezialist sieht sich durch erste Zwischenergebnisse der BaFin-Sonderprüfung zumindest in Teilen entlastet. Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mandatierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars habe den Vorwurf der Geldwäsche nicht bestätigt, teilte das SDax-Unternehmen mit. Dass die Franchise-Unternehmen nicht voll konsolidiert wurden, sei indes ein wesentlicher Kritikpunkt gewesen. Dem werde für 2020 nun nachgekommen.

Unter den Einzelwerten im Dax standen einmal mehr Unternehmen mit Geschäftsberichten im Blick: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hatte bereits Ende Januar Eckdaten bekannt gegeben und lieferte nun Details und einen Ausblick auf 2021. Die Aktie gab marktkonform um 0,7 Prozent nach.

Auf Vortagesniveau hielt sich zugleich die T-Aktie. Die Deutsche Telekom fuhr im Jahr 2020 erstmals in ihrer Geschichte einen dreistelligen Milliardenumsatz ein. Analysten lobten vor allem die «sehr starken Leistungskennzahlen» für den deutschen Markt, wie etwa die Neukundenzahlen im Bereich Mobilfunk und Festnetz.

 

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Von Veritatis