Trotz der mangelhaften Kommunikation seitens der Polizei, welche Kundgebungen nun stattfinden und welche untersagt wurden, wurden heute Tausende Menschen in Wien erwartet, die ihren Protest gegen die Regierung friedlich auf die Straße bringen. Info-DIREKT ist vor Ort und berichtet live via Telegram. Die bisher wichtigsten Ereignisse der Mega-Demo lesen Sie auch in diesem Artikel:

Schon vormittags hatte die Polizei sich an zahlreichen Stellen in der Wiener Innenstadt postiert. Um 12 Uhr begann zunächst die Gegen-Demonstration der Antifa im Votivpark: Mit ihren Fahrrädern planten die Teilnehmer, die Großdemo der Maßnahmenkritiker zu begleiten (und zu blockieren). Etwa 150 Personen mit ihren Zweirädern hatten sich mittags dort versammelt.

Von Anfang an Polizeisperren

Gleichzeitig bildeten sich auf der Seite der Regierungskritiker bereits die ersten Demonstrationszüge. Am Ring wurden zügig erste Polizeiblockaden errichtet: Der Zugang zu den großen Demo-Zügen wurde erschwert. Die Polizei wurde dem Zustrom an Menschen allerdings kaum Herr, auch wenn sich im Verlauf immer mehr Einsatzwagen und Beamten einfanden. Am Maria-Theresien-Platz kristallisierte sich schnell heraus, dass die Polizei wie bei der großen Wiener Demonstration für die Freiheit am 31.1.2021 wieder auf Einkesselungen setzen würde. Der Zugang zum Heldenplatz wurde zwischenzeitlich vollständig gesperrt. Dort sollte unter anderem Ex-Innenminister Herbert Kickl sprechen.

Schon gegen 13 Uhr verbreitete sich die Meldung, dass Martin Rutter verhaftet wurde. Er soll mit einem Polizeibus abtransportiert worden sein. Die genauen Umstände sind noch nicht bekannt.

Auflösung der Versammlung gelang der Polizei nicht!

Ungeachtet aller Blockaden und Amtshandlungen der Polizei, füllte der Maria-Theresien-Platz sich zunehmend. Gegen 13:30 Uhr verkündete die Polizei, dass die Versammlung dort aufgelöst werden solle. Das hinderte die Tausenden von Demonstranten allerdings nicht, sich allmählich auf dem Ring in Bewegung zu setzen!

Erwartungsgemäß kam es dann schnell zu Einkesselaktionen – diesen konnten die Demonstranten aber nach und nach ausweichen und die Sperren durchbrechen. Die Masse an Menschen teilte sich auf, zog durch Seitengassen und fand sich im Verlauf allmählich wieder auf dem Ring zusammen. Immer wieder preschten Polizeibeamten in die Menge und zogen Menschen ohne FFP2-Maske heraus, doch die Demonstranten ließen sich nicht einschüchtern und zogen friedlich weiter.

Bild: Alois Endl

Viele tausend Menschen zogen so durch die Stadt; die genaue Anzahl war nicht zu überblicken. Versuche der Antifa, die größten Demonstrationszüge zu blockieren, scheiterten. Die Polizei kapitulierte zwischenzeitlich vollständig vor der Menge und regelte nicht einmal mehr den Verkehr. Das Ziel der Massen war der Prater: Dort war für 15 Uhr eine FPÖ-Kundgebung angemeldet.

Kundgebung am Prater

Deren Beginn verzögerte sich jedoch. Gegen 15 Uhr traf der erste große Demonstrationszug am Ziel ein, doch der Zustrom an Menschen sollte noch lange Zeit nicht abreißen. Immer mehr versammelten sich vor der kleinen Bühne auf der Wiese am Prater! Die FPÖ-Kundegebung mit Rednern wie Herbert Kickl, Alexander Ehrlich und Edith Brötzner begann schließlich um kurz nach 16 Uhr und läuft aktuell noch immer – einen Livestream sehen Sie hier:

+++ Update vom Abend: Polizei kesselt friedliche Demonstranten ein!

Im Anschluss an die FPÖ-Kundgebung setzten die Demonstranten sich für einen weiteren Spaziergang in Bewegung. Die Polizei sperrte jedoch alle Brücken in den 1. und 3. Bezirk ab und begann, massiv zu kesseln – teilweise wurde Pfefferspray gegen die friedlichen Demonstranten eingesetzt. Der Kessel leerte sich nur sehr langsam: Beamten ließen die Demonstranten nach und nach aus der Menge.

Martin Rutter ist derweil wieder frei. Er wurde „wegen einer Verwaltungsübertretung“ stundenlang festgehalten.



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Von Veritatis