Man muss sich Krokusse als sehr mutige Pflanzen vorstellen. Sie gehören zu den ersten Blumen, die schon ab Februar ihre Köpfchen aus der Erde recken. Krokusse sind bei den Menschen beliebt, weil sie ihnen lange nicht mehr gesehene Farben schenken: ein sattes Goldgelb, ein dunkles Lila oder Weiß mit einem Netz aus feinen lila Adern überzogen. Aber diese Schönheit ist stets eine gefährdete. Der Schnee kann wiederkommen. Wer zu früh kommt, den bestraft die Kälte. So mancher Krokus geht im Februar oder März wieder ein und hängt wie ein leerer, feuchter Luftballon herab. Wenn man genau hinsieht, sterben aber bei Weitem nicht alle. Manche überdauern, weil sie — wie viele Frühblüher — eine starke Eigenwärme entwickelt haben. Wenn die Sonne wiederkommt, richten sie sich wieder auf und öffnen ihre Kelche, sprenkeln die Wiesen und Gärten mit ihren Farben. Es ist, als ob sie wüssten: Ihnen gehört die Zukunft.

Pioniere — die Avantgarde des politischen Wandels — sind in gewisser Weise wie diese Frühblüher. Sie müssen Kälte aushalten, emotionale Kälte vor allem, oftmals aggressive Ablehnung. Sie müssen sich selbst und einander wärmen, um durchzuhalten. Manchmal scheint es, sie stünden sie auf verlorenem Posten — der Macht des politischen Winters hilflos ausgeliefert. Dabei sind sie nur die Vorboten eines viel umfassenderen Blühens. Selbst schon schön, sind sie Propheten von etwas noch Schönerem. Wer die Wahrheit erst sagt, wenn alle sie erkannt haben, braucht dann nicht mehr so viel Mut.

Im Spätherbst hatte ich in einem Artikel eine auch politisch dunkle Zeit angekündigt und dazu geraten, sich gegen eine kommende „Diktaturdepression“ zu wappnen — falls diese unsere Leserinnen und Leser nicht schon längst eingeholt hatte. Ich sprach davon, wir befänden uns „am Anfang des Tunnels“. Die Lockdowns wurden seither schlimmer und wollten nicht enden. Selbst das Ausbleiben großer Protestveranstaltungen schien ein Gefühl zu begünstigen, alles sei verloren. Das Fernsehen quälte uns beharrlich mit Themen wie „Keine Impfung, keine Lockerung?“, und Namen wie Karl Lauterbach, Markus Söder, Jens Spahn standen für einen immerwährenden geistigen Winter.

Allmählich aber konnten aufmerksame Beobachter den Eindruck gewinnen, dass sich gute Nachrichten häuften. Besteht also Anlass für vorsichtigen Optimismus? Unabhängig davon, was sich „draußen“ tut, hilft es, den Blick auf uns selbst zurückzurichten.

Es macht Menschen auch stärker, wenn sie eine in mehrfacher Hinsicht dunkle Zeit überstanden haben — nicht ohne Schrammen zwar, aber im Kern unbeschadet. Ungebrochen. Unbeirrt.

Es ist nicht nötig, dass wir schon jetzt gewonnen haben — es ist jedoch schon viel gewonnen, wenn wir den Kampf gegen eine extreme Übermacht bis zum heutigen Tag nicht verloren gegeben haben. Oder wurde jemand aus unserem Kreis ernsthaft während des Winters zum „Drosten-Narrativ“ bekehrt? Ist jemand bereit, diesen ganzen Wahnsinn widerstandslos hinzunehmen?

Mit dem Wiedererwachen der Natur regen sich in vielen auch ihre Widerstandskräfte. Es wird heller im Gemüt wie auch draußen, beim Blick aus dem Fenster. Es ist Zeit für den Frühjahrsputz. Wir fegen diesen ganzen Corona-Spuk mit kräftigen Besenstrichen aus dem Haus. Wer macht mit?

Viele kritische Kommentatoren erwecken in ihren Statements den Eindruck, „das System“ sei quasi unbesiegbar. Alles sei bis ins Detail genau geplant und werde nun völlig ungehindert in der Realität abgewickelt. „Die Mächtigen“ wissen alles, können alles, haben jeden unserer Schritte vorhergesehen und verstehen diese mit allerlei Tricks und mit Gewalt zu neutralisieren. Die typische Verschwörungstheorie also. Verstehen Sie mich nicht falsch: All das kann so kommen. Aber was, wenn nicht? Wenn das Corona-Geschehen eher einem Spiel mit offenem Ausgang gleichen würde, bei dem auch wir reüssieren können, wenn auch unsere Seite derzeit nicht die Favoritenrolle innehat?

Lassen wir uns also auf ein Gedankenspiel ein: Nehmen wir an, der „Gegner“ wäre nicht allmächtig und allwissend, hätte nicht alles genau so geplant und alles im Griff. Die Machthaber erstellten eine Rechnung mit sehr vielen Unbekannten. Eine Rechnung, die vor allem „ohne den Wirt“ — also uns — gemacht wurde. Auch wenn der Coup des Lockdown-Regimes bisher sehr erfolgreich zu sein schien, könnte es im weiteren Verlauf chaotischer werden.

Sind Politiker wirklich geniale Masterminds, wild zur Installation einer Diktatur entschlossene? Oder sind sie eher Getriebene, die, von der Situation überfordert, bisher mehr schlecht als recht improvisiert haben?

Haben sie lediglich aus Angst gehandelt, dass man ihnen die Infizierten als Merkels oder Spahns oder Söders Tote zur Last legen könnte? Könnte sie demnach eine noch größere Angst zur Umkehr bewegen — die Furcht, ihre Ämter und ihre Ehre zu verlieren und in den Geschichtsbüchern eher den „Monstern“ zugerechnet zu werden?

Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob dem so ist. Aber wir können mit dem Gedanken spielen und ihn weiterentwickeln. Jedenfalls würde sich die Zukunft damit stärker einer möglichen positiven Entwicklung öffnen. Und selbst, wenn unsere Politik-Heroen wirklich einen klaren Plan für die Installierung einer Gesundheitsdiktatur hätten — dies bewiese nur, dass sie gewinnen wollen, nicht dass sie gewinnen werden.

Der rührige Journalist Boris Reitschuster, bekannt für seine „frechen“ Fragen in Bundespressekonferenzen, meldete schon am 1. Februar 2021, dass erstmals seit Beginn der Krise die Mehrheit der Menschen mit der Coronapolitik der Bundesregierung unzufrieden seien. In diesem Video ist die Statistik ab Minute 3’10” zu sehen. Reitschuster gibt an, die Umfrage sei repräsentativ, er habe sogar mehr Menschen einbezogen als bei den meisten derartigen Erhebungen des „Mainstreams“. Es gibt zu diesem Thema sowohl Statistiken, die Reitschuster widersprechen, als auch solche, die ihn bestätigen. So eine ziemlich aktuelle Umfrage unter Unternehmern, deren Stimmung zuungunsten der Regierung gekippt sei.

Selbstverständlich gibt es auch viel Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik aus den „falschen Gründen“. So sind die Hauptsorgen der Bürger laut dem Sender des Saarländischen Rundfunks SR2 Radio „fehlende Corona-Tests, fehlender Impfstoff oder schleppende Auszahlung von Wirtschaftshilfen“. Aber die scheinbar blinde Gefolgschaft gegenüber den Entscheidungen „derer da oben“, die noch vor einem halben Jahr festzustellen war, gehört der Vergangenheit an. Das ist eine gute Nachricht. Speziell der dritte Punkt — verschleppte Wirtschaftshilfen — könnte sich mit wachsendem Corona-Überdruss zu einer explosiven Stimmung hochschaukeln.

Ein Video „Die Stimmung kippt“ veröffentlichte am 28. Januar 2021 auch der Psychotherapeut und YouTube-Influencer Raphael Bonelli, ein im Tonfall moderater, nach beiden Seiten um Fairness bemühter „Corona-Skeptiker“. Bonelli stellt vor allem ein partielles Aufwachen in den öffentlich-rechtlichen Medien fest und lobt etwa eine Reportage in Servus TV.

Die meisten von uns werden das kennen: Freunde, Bekannte und Kollegen erzählen im Gespräch, dass sie es mit den Corona-Regeln nicht mehr ganz so streng nehmen. „Weißt du, ich lebe mein Leben und beachte das Gerede der Politiker nicht mehr. Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, was derzeit verboten oder erlaubt ist. Ich lasse mich nicht verrückt machen. Natürlich muss man aufpassen, sich nicht erwischen zu lassen.“ Die meisten Menschen wagen es nicht, die meist kriminell hohen Strafen in Kauf zu nehmen, die der Staat bei offenem Widerstand verhängt. Also lockern sie in Eigenregie und „hintenrum“. Diese Mentalität scheint durchaus viral zu gehen, denn jede Erzählung von einem erfolgreichen Regelbruch macht andere mutiger.

Ganz offensichtlich kommt die Polizei, vor allem in ländlichen Regionen, mit dem Aufpassen und dem Ahnden von Verstößen nicht mehr hinterher. Es gibt zwar besonders herausgehobene Orte, an denen der Staat seine Bürger quasi symbolisch demütigt – etwa die Kölner Rheinauen. Hier agiert die Obrigkeit nach dem Motto „Bestrafe einen, erziehe Hunderte“. Doch diese Orte sind — auf das ganze Land gesehen — keineswegs repräsentativ. Und nicht alle Ordnungshüter dürften Lust dazu haben, auch noch nach mehr als einem Jahr Schmierentheater ihren beruflichen Schwerpunkt von der Verbrechensbekämpfung auf die Verfolgung Unschuldiger zu verlagern. Boris Reitschuster berichtete in einem Video über ein freundliches Gespräch, das er mit einem Polizisten geführt habe. Viele Kollegen seien skeptisch und freuten sich über kritischen Journalismus, war dessen Auskunft.

Dies bedeutet nicht unbedingt, dass viele Menschen sich rücksichtslos mit Blick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr verhalten. Die Menschen nehmen nur ihre eigene Güterabwägung vor. Die wenigsten werden versuchen, eine Massenparty zu feiern. Aber man lädt mal zusammen mit dem — erlaubten — Freund auch dessen — unerlaubte — Frau mit nach Hause ein, setzt die Maske am Bahnsteig ab, nimmt es mit dem Abstand nicht so genau, wenn es der Passant, der einem entgegenkommt, auch nicht tut. Wenn die Einsamkeit bedrängend und der Regelterror bedrückend wird, sind solche Verhaltensweisen ein Zeichen für gesunde Selbstbehauptung.

Hier ist ein Statement von Armin Laschet bemerkenswert, das Mitte Februar bekannt wurde. Beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen CDU-Wirtschaftsrats sagte der Parteivorsitzende: „Populär ist, glaube ich, immer noch die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder.“ Und erstaunlich das Statement: „Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet.“ Laschet mahnte außerdem, sich nicht allein auf die Inzidenzwerte zu konzentrieren und die wirtschaftlichen Schäden der Lockdowns im Auge zu behalten.

Die Annahme, „Leben zu verhindern“, sei der heimliche Grund dafür, dass die Politik immer neue Grenzwerte beschließe, ist eigentlich eine waschechte Verschwörungstheorie, die wir bösen Alternativjournalisten nicht schöner hätten formulieren können. Ich weiß natürlich, dass Armin Laschet als Freiheitskämpfer vollkommen unglaubwürdig ist — zu tief ist er selbst in die Maßnahmenpolitik verstrickt. Ich weiß auch, dass er diese kritische Haltung nicht lange durchgehalten hat und dass seinen Worten nicht unbedingt Taten folgen werden.

Dennoch finde ich Laschets Vorstoß bemerkenswert:

Ein Spitzenpolitiker, aus Kritikersicht eher im „Herzen der Finsternis“ angesiedelt, hält es in diesem Stadium der öffentlichen Diskussion für opportun, den Bürgern zu schmeicheln, an ihre Würde und Autonomie zu erinnern und die Lust auf ein freies Leben zu stimulieren.

Er tut dies, weil er eine Volksstimmung ahnt, die am Ende eher ihn als den Hardliner Söder ins Kanzleramt tragen könnte. Laschet ist der Rauch, der auf das Vorhandensein eines Feuers hindeutet.

Bemerkenswert außerdem: Ihm schlug seitens der Systempresse keine einhellige Ablehnung entgegen. Weder scheinen dem Vorpreschenden der Verlust seines Vorsitzenden-Postens noch das Ende seiner Kanzlerambitionen zu drohen. Vielmehr wurden Nachrichten bekannt, wonach die Beliebtheitswerte von Markus Söder angeblich drastisch sinken. Dies könnte bedeuten: Politiker spüren, dass sie sich längerfristig nur werden an der Macht halten können, wenn sie die Volksstimmung aufgreifen.

Wir könnten in naher Zukunft erleben, wie sich Lockdown-Hardliner an die Spitze der „Öffner“ stellen, so als wäre nichts gewesen. Opportunisten könnten versuchen, das, was ohnehin geschehen wird, rechtzeitig als ihren Willen zu proklamieren und „Lockerungen“ zu verkünden, die die tatsächliche Entwicklung eigentlich nicht herbeiführen, sondern nur nachträglich abbilden.

Mit den Politikern fahren auch die ihnen eng verbundenen Medien teilweise schon zweigleisig. Im übertragenen Sinn beten sie das Vaterunser, richten dabei aber ihren Gebetsteppich nach Mekka aus. Im Klartext: Sie versuchen sich nach zwei Seiten abzusichern. Sollten, wie bisher, die Befürworter der Corona-Maßnahmenpolitik die Oberhand behalten, können sie für sich reklamieren, immer stramm auf Kurs gewesen zu sein; schlüge das Pendel dagegen zugunsten der „Skeptiker“ aus, könnten die Medien darauf verweisen, sie hätten ja rechtzeitig gewarnt, hier auf die wirtschaftlichen Schäden durch Lockdowns verwiesen, dort eine Reportage über die Zunahme von Depressionen in der Coronakrise gedreht. Wir werden es, falls die Stimmung weiter kippt, mit einer wahren Epidemie der Heuchelei in den Medien zu tun bekommen.

Die „Querdenker“-Bewegung hat über den Winter eine Demo-Pause eingelegt. Unter anderem hatte das strategische Gründe. Niemand konnte die über den Winter gemeldeten hohen Infiziertenzahlen nun den Protestveranstaltungen zur Last legen. Es zeichnet sich außerdem ab, dass bei kommenden Demonstrationen andere Gruppierungen als Veranstalter auftreten werden, auf die sich Diffamierungsprofis noch nicht eingeschossen haben. Markus Haintz, bekannt geworden als Anwalt der Protestbewegung, sagte im Interview mit Boris Reitschuster am 31. Januar:

„Da wird im Frühjahr spätestens viel passieren, weil einfach die wirtschaftlichen Folgen jetzt durchschlagen und weil die Menschen dann nicht mehr so die Abwägung haben: Lass ich mich jetzt auf dieses Framing ein, und was denkt mein Nachbar?, sondern da geht es für viele um die Existenz, und ich gehe davon aus, dass dann wieder richtig viele Menschen auf die Straße gehen.“

Im Vergleich zum letzten August, dem bisherigen Höhepunkt des Demonstrationsgeschehens, befinden wir uns im Frühjahr 2021 in einer veränderten Situation:

Viele Menschen erkennen, dass sie ohne eigene Aktivität „für immer“ in der Lockdown-Logik gefangen sein werden. Der Leidensdruck, vor allem wirtschaftlich, aber auch was Nervereien mit den Corona-Maßnahmen betrifft, ist gestiegen.

Viele Menschen könnten erkennen, dass sie dem Propaganda-Narrativ von den angeblich rechten Corona-Leugnern nicht mehr aufsitzen dürfen, wollen sie überhaupt etwas für die Demokratie und für ihre wirtschaftliche Existenz erreichen.

Schon am Samstag, 13. März, sind unter dem Titel „Es reicht“ Demonstrationen in allen deutschen Landeshauptstädten geplant. Das könnte der Startschuss zur neuen Protestsaison werden. Derweil köchelt die Gerüchteküche vor sich hin und verspricht einen heißen Frühling und Sommer. Informiert euch und vor allem: Kommt möglichst in großer Zahl.

Ein „Jahrhundertinterview“! So schrieb es ein Zuseher als Kommentar unter dieses Video. Wenn es wahr ist, was Anwalt Reiner Fuellmich darin sagt, dann haben ein paar Virologen, allen voran Christian Drosten, die halbe Welt bewusst getäuscht und uns allen einen „Corona-Test“ verkauft, der in keiner Weise geeignet ist, die an ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen. Millionen von Menschen weltweit haben wegen dieses Tests und der auf seiner Basis veröffentlichten Infektionszahlen ihre Lebensfreude, ihre Nerven, oft sogar ihre Existenz verloren. Kann man die Täter nicht belangen?

Unverständlicherweise kennt das deutsche Recht keine Sammelklagen, wohl aber das US-amerikanische. Ein hochkarätiges Rechtsanwaltsteam hat deshalb eine groß angelegte internationale Sammelklage gegen Drosten und seine Mitstreiter eingereicht.

Zwar ist dieses Video schon älter, und so mancher ist frustriert, dass mit der groß angekündigten Klage nichts vorwärtsgeht. Dies dürfte aber der wohl politisch motivierten Verzögerungstaktik der Gerichte zu verdanken sein. Auch eine schon im Frühjahr 2020 von Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke angestrengte Klage ist in zweiter Instanz noch nicht entschieden. Ewig aber werden die Gerichte die Entscheidungen nicht verschleppen können. Reiner Fuellmich nimmt an, dass sich Richter in der derzeitigen angespannten Situation in einem Zwiespalt befinden. Sehr genau wissend, dass es juristisch eigentlich angezeigt wäre, den Klagen stattzugeben, fehlt ihnen noch der Mut dazu.

In einem aktuellen Nachfolge-Interview mit Markus Langemann gibt Fuellmich an, er rechne mit „greifbaren Ergebnissen“ in wenigen Wochen oder Monaten. Wenn der PCR-Test „falle“, falle mit ihm auch das ganze System der Repressionen, die sich auf ihn berufen. Jeder Klageerfolg in einem der beteiligten Länder werde von einem vielfach vernetzten Anwaltsteam auch in den anderen Staaten aufgegriffen und — übertragen auf die Gesetzeslage dort — gegen die Regierungsmaßnahmen ins Feld geführt. „Man muss den Blick auf das koordinierte Gesamtvorgehen haben.“ Wenn es gut läuft, könnten erste Klageerfolge mit den Effekten einer kippenden Gesamtstimmung und dem wieder aufflammenden Demonstrationsgeschehen zusammenfallen.

Dieses Szenario scheint derzeit noch weit weg. Aber der Eindruck kann täuschen — vielleicht auch, weil die Existenz einer gegenüber den Corona-Maßnahmen kritischen Partei von der Presse zu einem gut gehüteten Geheimnis gemacht wird. Umfrageergebnisse der Art „Sonstige: 6 Prozent“ wirken auf potenzielle Wähler entmutigend. Unter gut informierten, kritischen Zeitgenossen macht die neue Partei „Die Basis“ aber durchaus Furore. Bei einer Umfrage der Seite „Club der klaren Worte“, welcher Partei die Leser am 26. September 2021 ihre Stimme geben würden, gewann „Die Basis“ mit 41 Prozent — mit einigem Abstand vor AfD, FDP und Linken. Der Rest war weit abgeschlagen. Auch bei einer Umfrage der Universität Basel vom 17. Dezember 2020 hatte „Die Basis“ den höchsten Stimmenanteil, wie Katja Schäfer vom Hamburger Landesverband erzählte.

Natürlich sind diese Ergebnisse in keiner Weise repräsentativ. Die Betreiber des „Clubs der klaren Worte“ haben ihr Publikum besonders intensiv in „coronakritischem“ Denken geschult. Dennoch lässt die Umfrage aufhorchen. Bis zur Wahl ist noch ein halbes Jahr Zeit, in dem viel geschehen kann. Die Partei verfügt über erfahrene und glaubwürdige Mitglieder wie Claudio Siber, Viviane Fischer, Markus Haintz, Reiner Fuellmich und Franz Ruppert. Die Partei als rechts zu diffamieren, dürfte schwierig werden. Die vier Säulen der Partei, die das politische und gesellschaftliche Handeln bestimmen sollen, wirken ansprechend und zugleich unverfänglich: Freiheit, Machtbegrenzung, Achtsamkeit und Schwarmintelligenz.

Ein Bundeskanzler Siber scheint zwar bei allem gebotenen Optimismus unwahrscheinlich. Zunächst sollte aber ein Schreckschuss in Richtung der etablierten Parteien anvisiert werden.

Wenn im Herbst nur 30 Prozent der Bürgerinnen und Bürger fänden, dass die Corona-Maßnahmen der Regierung zu weit gehen, und wenn von diesen 30 Prozent jeder Dritte die Basis wählte, dann wäre das nicht weniger als ein politisches Erdbeben in Berlin.

Viele Menschen, für die Corona das mit Abstand wichtigste Thema ist und die deshalb dazu neigen würden, bei der Bundestagswahl aus Verzweiflung AfD — oder gar nicht — zu wählen, hätten jetzt mit der Basis eine akzeptable Alternative.

Stell dir vor, die Regierung verbietet etwas, und keiner hält sich dran! Es käme zu immer mehr „wilden“ Geschäftsöffnungen, ungenehmigten Auftritten von Künstlern und widerrechtlichem Bierausschank. Die Polizei würde zwar versuchen, des Phänomens mit Strafandrohungen Herr zu werden, aber irgendwann wäre das Feuer einfach zu stark geworden und hätte sich zu weit ausgebreitet, um es noch ersticken zu können. Die existenzielle Not vieler von Lockdowns betroffenen Menschen würde eine Art Mut der Verzweiflung hervorrufen. Denn was könnten die noch verlieren, die schon alles verloren haben?

Derartige Initiativen gibt es bereits, etwa „Wir machen auf“. Zwar hat sich ziviler Ungehorsam bei Kleinunternehmern noch nicht als Massenbewegung durchsetzen können, aber die Idee ist in der Welt. Die genannte Webseite gibt Impulse und dokumentiert auch einige erfolgreiche Fälle. Der Unternehmer Dirk Feller, der wilde Öffnungen befürwortet, zeichnet im Interview ein düsteres, jedoch glaubwürdiges Szenario. Immer mehr Menschen werden von staatlichen Leistungen abhängig werden — Geschäftsinhaber, Krankenpfleger, die aufgegeben haben, Künstler — während gleichzeitig die Steuereinnahmen sinken. „Irgendwann bricht das Ganze in sich zusammen.“ Ein Unternehmen, so Feller, ist in erster Linie dafür geschaffen worden, Geld zu verdienen, Sozialabgaben zu zahlen und Mitarbeiter zu beschäftigen. Was ist das für ein Staat, der all das mit Gewalt zu verhindern versucht? „Kann ich mir das überhaupt leisten, weiter geschlossen zu haben?“, fragt er. Er fordert Geschäftsinhaber außerdem zu mehr Idealismus auf und zum „Schutz des Grundgesetzes.“ „Ein Unternehmer unternimmt etwas. Er fragt nicht immer: Was muss ich tun?“

Ein weiterer Trend besteht darin, dass Menschen, denen essenzielle Tätigkeiten verboten werden, in den Untergrund gehen. So sagte die Journalistin und Escortdame Aya Velázquez in einem Interview mit Rubikon „Was die Prostitution tut, ist, was sie immer tut in solchen Zeiten: Sie taucht unter und existiert im illegalen Bereich weiter. Das tun auch meine Kolleginnen, und sie tun auch recht daran, denn jeder Mensch muss von was leben.“ Es ist eine Schande, dass die Politik durch Kriminalisierung der menschlichen Normalität Menschen dazu zwingt, mit der Angst vor Entdeckung und vor Strafe zu leben, um ihre Existenz zu sichern. Es scheint aber, als ob den Verantwortlichen die Kontrolle immer mehr entgleitet.

Dies ist natürlich ein heikler Punkt. Denn Impfschäden oder gar Impftote sind niemals eine gute Nachricht. Wir Maßnahmen- und Impfskeptiker wollen ja ebendiese Nebenwirkungen und Todesfälle verhindern, indem wir — mit Experten wie Sucharit Bhakdi und Clemens Arvay — die Menschen davor warnen, sich zu Versuchskaninchen für eine in ihrer Wirkung noch viel zu wenig bekannte Substanz machen zu lassen. Wie gefährlich die neuen Impfungen mitunter sein können, darüber informiert auch ein lesenswerter Artikel von Jens Bernert.

Dennoch wäre das Bekanntwerden fortgesetzter Impfschäden — oder eine unbefriedigende Wirksamkeit der Impfungen — natürlich eines der Szenarios, die die ganze Kampagne in sich zusammenbrechen lassen könnten. Die Impfbereitschaft würde sinken, das Misstrauen gegenüber Politik und Medien allgemein wachsen. Die Menschen würden merken, dass kein Weg daran vorbeiführt, wieder weitgehend „normal“ zu leben und für weniger Kollateralschäden notfalls mehr Infektionen in Kauf zu nehmen. Denn jeder Tote oder Leidende ist einer zu viel – dies gilt für Maßnahmenopfer jedoch nicht minder, und Letztere dürften schon bald erkennbar in der Überzahl sein.

Der Gouverneur von Texas hat Anfang März alle Corona-Maßnahmen einschließlich der Maskenpflicht von einem Tag auf den anderen aufgehoben. Das Beispiel stellt bisher eine Ausnahme dar, es ist aber ermutigend. Da es sehr viele Länder gibt, die eine Lockdown-Politik betreiben, können sich auch an vielen Stellen Risse in der Mauer zeigen, durch die Licht hereinscheint. Führen die Öffnungs-Experimente dann nicht zur befürchteten Katastrophe, könnte es global zu einem Dominoeffekt kommen. Das Öffnungs-Fieber erwiese sich als ansteckend. Und selbst die vollständige Wiederherstellung des Status Quo wäre plötzlich denkbar.

Neben der „von oben“ als Gnade gewährten Öffnung ist grundsätzlich auch ein revolutionäres Geschehen „von unten“ denkbar —v im günstigsten Fall wäre es natürlich ein gewaltfreier Aufstand. Wie im Fall Frankreichs während der großen Revolution wäre das betreffende Land zunächst isoliert und großen Anfeindungen ausgesetzt. Es hätte aber Vorbildfunktion für die Menschen aller anderen vom Lockdown betroffenen Länder.

Um dem Vorwurf, ich sei übermäßig optimistisch, zuvorzukommen: Ich weiß sehr gut, dass es auch viel Gründe dafür gibt, dass jemand negative bis desaströse Entwicklungen für wahrscheinlicher hält. Dennoch habe ich in diesem Artikel ein paar Hoffnungsszenarios entworfen. Sie heißen Szenarios, weil sie nicht unbedingt eintreffen müssen, wohl aber eintreffen können. Dies hängt auch von uns ab. Von 9 Szenarios könnten 8 scheitern, das Gelingen des neunten würde aber mitunter genügen, um der politischen Situation eine entscheidende Wendung zu geben.

Und: Die verschiedenen Hebel, die ich beschrieben habe, können einander gegenseitig beeinflussen und verstärken. Zeigt sich ein Durchbruch an der juristischen Front, führt dies auch dazu, dass in der Bevölkerung die Stimmung kippt. Rumort es in der Bevölkerung und benehmen sich Menschen aus angestautem Corona-Überdruss zunehmend „undiszipliniert“, könnte dies auch Politiker dazu bringen, sich einer Wende-Stimmung opportunistisch anzuschließen, um ihre Karrierechancen zu wahren. Ich beschreibe hier nichts, wofür es nicht positive Anzeichen und Indizien gäbe.

Sicher ist:

Gerade weil wir gegenüber den Regierungen vorerst in der schwächeren Position sind, sind wir darauf angewiesen, alle Chancen zu nutzen, die sich bieten. Dafür müssen wir sie aber erst einmal als solche erkennen.

Die Annahme, es laufe sowieso alles in Richtung Weltdiktatur, ist hierfür nicht hilfreich. Nehmen wir uns die Natur zum Vorbild. Die nutzt selbst die kleinste Lücke in der Schneedecke, um etwas wachsen zu lassen.


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Von Veritatis