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Mittlerweile ist fast alles zum Spekulationsobjekt geworden. So auch die Pokemon-Sammelkarten zu dem gleichnamigen Spiel. Einige Karten werden inzwischen für hunderttausende Dollar gehandelt und einige Menschen versuchen aus dem Trend auch Gewinn zu schlagen.

Ein Gastkommentar von Christian Schwochert

Seit 1996 gibt es das Spiel Pokemon, dem kurz nach Erscheinen eine passende Fernsehserie, rund um die tierähnlichen Wesen – die fast alle nur ihren eigenen Namen sagen können – und ihre menschlichen Besitzer, folgte. Millionen Kinder, auch im deutschsprachigen Raum, sind mit dem Spiel, der Serie und auch mit den dazugehörigen Karten aufgewachsen.

Der Autor dieser Zeilen erinnert sich noch gut daran, wie er als Kind seine Pausenbrote gegen Pokemonkarten eintauschte. Nun waren und sind diese damals erworbenen Karten vor allem von ideellem und nicht finanziellem Wert. Aber überraschenderweise gibt es inzwischen Pokemonkarten, mit denen man ein Vermögen machen kann. „Bis zu 500.000 US-Dollar wert: Warum Pokemon-Karten jetzt ein Vermögen kosten können“ titelte der Focus vor Kurzem.

Youtuber beschleunigte den Hype

Da fragt man sich natürlich, wie es dazu kommen konnte? Ganz einfach: Eine Sache ist das wert, was jemand bereit ist, für sie zu bezahlen. Und rund um die Pokemonkarten entstand ein unglaublicher Hype, weil der berühmte Youtuber Logan Paul vor circa 23.000.000 Abonnenten offenbarte, dass er jetzt offiziell Pokemonkarten-Sammler ist. Seine neue Leidenschaft fing mit dem Kauf von Einzelkarten und einer Pokemon-Box an. In solch einer Box sind 36 Einzelpackungen mit je 10 Einzelkarten enthalten, wobei nur eine einzelne Karte selten und damit potenziell wertvoll ist.

Mit Gewinn weiterverkauft

Dazu sollte man wissen, dass Paul ein paar Wochen vor dem Video auf einer Live-Auktion eine Pokemon-Box der 1. Edition aus dem Jahr 1999 für 200.000 US-Dollar ersteigert hatte. Seine Freunde selbst hielten das für verrückt, aber das Ganze ist wie spekulieren an der Börse oder Glücksspiel; es kann sich lohnen und in Pauls Fall tat es das. Denn statt die Box und die Karten zu behalten, verkaufte Paul jede der 36 Einzelpackungen für je 11.000 US-Dollar weiter. Damit sind Pokemonkarten sowie die Boxen und Einzelpackungen quasi eine Art teures Spekulationsobjekt geworden.

Spekulationsobjekt und Börsenersatz

Und Paul ist natürlich nicht der Einzige, der mit den Karten Geschäfte macht. Sieht man sich an, wie sehr die Menschen das Vertrauen in die Börse oder in Staatsanleihen verloren haben, ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich Alternativen suchen. Ein „Glurak“ mit Hologramm aus der 1. Edition der Sammelkarten ist inzwischen über 500.000 Dollar wert und das will was heißen. Manchmal lohnt es sich eben einen Trend mitzumachen. Aber andere, durchaus vergleichbare Trends verursachen nicht so einen Wirbel.

Wertanlagen im Kinderzimmer

So zum Beispiel die YU-GI-OH-Karten. Auch YU-GI-OH kam erstmals 1996 als Manga in diese Welt, aber so bekannt wie Pokemonkarten wurden die zu dieser Serie gehörenden Karten irgendwie nie. Vielleicht liegt das daran, dass die Macher der dazu passenden Fernsehserien immer kompliziertere und absurdere Regeln erfanden und es inzwischen kein Kartenspiel für Jedermann mehr ist. Trotzdem ist – dem Internet zufolge – die wertvollste YU-GI-OH-Karte 2.000.000 US-Dollar wert. Bei all diesen Preisen kann einem Normalsterblichen geradezu schwindlig werden. Wesentlich mehr als nur ein wenig übel, dürfte da meinem alten Grundschulfreund Naro werden, wenn er daran denkt, wie die Lehrerin damals aus völlig nichtigen Gründen seinen ganzen Sammelordner voller Pokemonkarten beschlagnahmte. Den Ordner sah er natürlich nie wieder, denn linke Lehrer machen gerne mal lange Finger.

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Von Veritatis