Ich weiß, dass ich nichts weiß. — Das Sokrates zugewiesene geflügelte Wort der Antike ist heute aktueller denn je. Nur eins wissen wir: Wir leben in einer Zeit der Orientierungs- und Ratlosigkeit. Wer von uns kann sagen, was wirklich gespielt wird im großen Welttheater? Welche Gefahr geht tatsächlich von diesem Virus und seinen Mutanten aus? Welchen Ursprungs ist Covid-19 wirklich? Ist es menschengemacht? Wurde es absichtlich oder versehentlich in Umlauf gebracht? Wovor müssen wir uns wirklich schützen? Was riskieren wir? Wie sollen wir uns in diesem alles durcheinanderbringenden Geschehen positionieren?

Viele der Menschen, die bis vor Kurzem noch als wegweisend galten, schweigen stille oder geben ihrer eigenen Ratlosigkeit Ausdruck. Als an psychologischen und spirituellen Themen Interessierte stehe ich in enger Verbindung zu Menschen in therapeutischen Berufen. Schon bevor Corona begann, das Weltgeschehen zu bestimmen, wurde etlichen von uns die Begrenztheit vieler Heilmethoden bewusst. Die Grenzen der industriellen Medizin, die das Symptom bekämpft und sich um die Ursache nicht schert, sind seit Langem weithin bekannt. Doch auch feinstofflich und ganzheitlich arbeitende Therapien können in der Situation, in der wir uns aktuell befinden, oft nur wenig helfen.

Immer deutlicher wird, dass das, was von außen an uns herangetragen wird, letztlich nur wenig wirkt — sei es grob- oder feinstofflich. Der größte Heiler kann nichts machen, wenn der Patient nicht bereit für die Heilung ist. An uns liegt es, uns innerlich hierfür zu öffnen. Und selbst auf dem steinigen Weg der Selbstverantwortung ist jedes Werkzeug immer nur so gut wie derjenige, der es benutzt. Es gibt keine Wundermittel. Auch das ist bekannt. Neu für mich ist, dass ich zu diesem Zeitpunkt niemanden kenne, der forschen Schrittes und erhobenen Hauptes durch die Krise geht, niemanden, der nicht strauchelt, zweifelt und sich vorsichtig vortastet.

Kein Spezialist, kein Meister, kein Wunderheiler, kein Guru kann in dieser Situation sagen, wo der Ausgang ist.

Einen Führer gibt es nicht — und das ist gut so! Es gibt nur Individuen, die sich darauf vorbereiten, einen Schritt ins Ungewisse zu tun.

Niemand kann sagen, wie unsere nähere Zukunft aussehen wird, auch nicht diejenigen, die gerade versuchen, sich den gesamten Planeten unter den Nagel zu reißen. Denn hier ist etwas weit Mächtigeres am Werk als ein paar entseelte Größenwahnsinnige, die sich einbilden, die Strippen des Lebens in der Hand zu halten. Was mit uns geschehen wird, das steht in den Sternen. Und nicht einmal die geben klare Hinweise, wohin wir gehen. Wir sind im vollkommenen Ungewissen unterwegs. Dies ist die einzige Gewissheit.

Auch bei mir geht es immer wieder drunter und drüber. Längst überwunden Geglaubtes taucht wieder auf, so als müsste ich noch einmal durch die alten Geschichten hindurch — um sie endgültig hinter mir zu lassen? Auch meine Gewissheiten brechen mir unter den Füssen weg. Eine davon wankte bei dem Zusammentreffen mit einer jungen Frau, die seit der „ersten Coronawelle“ körperlich schwer angeschlagen ist. Auslöser war eine Infektion. Coronaviren wurden bei ihr jedoch nicht nachgewiesen. Sie hatte auch nicht die üblichen Symptome. Körperlich, so bestätigen ihr die Ärzte bis heute, sei alles in Ordnung.

Sie bekommt Antidepressiva verschrieben gegen ihre unerklärlichen Erschöpfungszustände, ihre Essstörungen, ihren Gedächtnisverlust und das zeitweilige Versagen lebenswichtiger Organe. Seit fast einem Jahr schwebt sie immer wieder in akuter Lebensgefahr. Sechs Wochen lang konnte sie keinerlei Nahrung zu sich nehmen. Doch organisch ist nichts zu finden. Und tatsächlich empfindet sie sich nicht als krank. Es ist, als spielte sich das Ganze auf der Informationsebene ab, so, als sei in ihrem Körper etwas umprogrammiert worden, als sei sie von etwas „besetzt“.

Es handelt sich hier nicht um die Wahnvorstellungen einer psychisch labilen Person, sondern um die Erfahrung einer ansonsten mit beiden Beinen im Leben stehenden Therapeutin. Sie ist kein Einzelfall. Dreitausend Menschen, zumeist jung oder mittleren Alters, vor allem Frauen, haben sich allein in ihrer französischen Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen. Es sind Menschen, die seit Beginn der Coronakrise unerklärliche Symptome aufweisen, die ein normales Leben unmöglich machen. Das Phänomen ist weltweit zu beobachten. Niemand scheint zu wissen, was diese Störungen auslöst.

Tauchen sie zufällig im Zusammenhang mit Corona auf? Handelt es sich um eine andere, weit schlimmere Form von Störung, die die Coronaviren auslösen? Hängen die Beschwerden mit den Strahlungen des 5G-Netzes zusammen, das während der Lockdowns flächendeckend überall ausgebaut wurde? Stehen sie in Zusammenhang mit den Impfungen? Was es auch ist: Es verwundert, dass keine der Medien, die seit einem Jahr über Liveticker die Zahlen der Corona-Getesteten verbreiten, über diese Menschen berichtet. Diese Erkrankung hat keinen Namen.

Im Schatten der großen Medienunternehmen spielt sich eine andere Realität ab als die, die uns täglich serviert wird. Über sie wird nicht gesprochen. Sie steht nicht im Scheinwerferlicht, sondern allein im Abseits. Über ein Jahr lang wurden unsere Blicke auf ein einziges Thema gelenkt. Nichts anderes können wir durch die Coronascheuklappen sehen. Wer es dennoch tut, wird ausgegrenzt, diffamiert, verfolgt und braucht viel Mut und klaren Verstand, um sich nicht einreden zu lassen, dass die Realität das ist, was zu den besten Sendezeiten über die Bildschirme flimmert.

Während die Masse in eine Richtung gafft, passiert das, worum es eigentlich geht, woanders. Nicht das rote Tuch ist die Gefahr, sondern derjenige, der damit wedelt. Er hat den Dolch in der Hand, die zum Todesstoß anhebt.

Die wirkliche Gefahr ist auch hier nicht das, worauf mit allen Mitteln die Aufmerksamkeit gelenkt wird. Es sind die Behandlungen, die uns zu Laborratten machen, die uns das Gehirn weichkochen und die Sinne benebeln.

Unsere Körper sind verstrahlt und vergiftet, unser Geist ist von fremden Energien besetzt und unser Bewusstsein zeitweise ausgeschaltet. Als Schatten unserer selbst irren wir durch ein Nichts, das den leer gefegten Straßen der Innenstädte ähnelt, und verlieren uns in einem schwarzen, sinnlosen Loch.

Wir leben in einer Art Komazustand. Unsere Augen sind geöffnet, aber starren in eine leere Existenz. Reglos warten wir auf die nächste Spritze, die nächste Bestrahlung, die nächste Vorschrift. Es ist ein Albtraum, den wir nur ertragen können, wenn wir uns mit Serien und virtuellen Bespaßungen ablenken. Wir sind verloren für die Ewigkeit. Wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen, kann uns niemand sagen. Niemand nimmt uns bei der Hand oder schwingt sich vom Himmel herab, um uns zu retten. Das muss jeder selbst für sich tun.

Das Wissen um dieses Alleinsein mag zunächst wie eine Verlängerung des Albtraums erscheinen. Tatsächlich ist es das Nadelöhr, durch das wir hindurch müssen, wenn wir uns selber retten wollen. Die Energie hierfür geben uns die winzigen Quälgeister in ihren verschiedensten Formen. Jeder hat seine ganz persönlichen Viren und sein eigenes Feld zu bearbeiten. Egal, welchen Namen sie tragen, ob Corona, einen anderen oder gar keinen — die kleinsten Strukturen des Lebendigen, aus denen wir einst hervorgegangen sind, machen uns gerade Feuer unter dem Allerwertesten. In diesem Feuer können wir verbrennen — oder es als Reinigung und als Antrieb nutzen. Die Entscheidung liegt bei uns. Wir sind es, die das Drehbuch schreiben.

Ich schreibe über die Verbindung mit der Natur und Meditation, über Körperlichkeit und symbolische Akte, Begegnung und Gespräch und das Fördern von Gemeinschaft. Auch wenn mir niemand sagen kann, wo es lang geht — ich gehe nicht allein durch diese Zeit. Auf ganz natürliche Weise finden die Menschen zueinander und sprechen über ihr Erleben der Situation.

Überall in meiner nächsten Umgebung bilden sich kleine Gruppen, Cluster, Hotspots, in denen sich ausgetauscht wird und jeder das einbringt, was ihm hilft und guttut in dieser Zeit. Hier lerne ich, weich und beweglich zu werden.

Es wird nicht hart diskutiert, sondern ehrlich gesprochen über Zweifel, Ängste, Hoffnungen, Visionen. Hier versteckt sich niemand. Niemand greift den anderen an oder sagt ihm, was er zu denken und zu tun hat. Es wird zugehört. Es ist wie ein Erblühen, eine Saat, die aufgeht. Diese Gruppen bilden sich einfach so, seitdem die Kinos und Restaurants geschlossen sind und man nicht mehr reisen kann. Es wird geredet, vorgelesen, meditiert, gegessen, gesungen, getrunken, getanzt, gepflanzt, mit den Händen gearbeitet und all das gemacht, was wir seit Menschengedenken zusammen tun, bevor jede unserer Handlungen zu einer Konsumleistung wurde.

Es macht Spaß. Es tut gut, wenn ich mein bisweilen schlingerndes Lebensschiff in einen freundlichen Hafen lenken kann, in dem ich wohlwollend empfangen werde. Für mich ist es ein großes warmes Gefühl, diese Gemeinschaft zu leben. Die Erzählungen anderer können mir helfen, mein Schiff besser zu lenken. Es sind keine Lehren, die hier verbreitet werden. Es ist etwas zutiefst Menschliches, was geteilt wird, das zugleich Zarteste und Höchste, was wir miteinander austauschen können. Auch wenn niemand weiß, wo die Reise hingeht: Hier bin ich glücklich, Mensch zu sein.

Hier lerne ich, was wesentlich ist: Nur das wächst und gedeiht, dem ich meine Energie gebe. Welche Programme auch immer ablaufen, welche Mächte uns auch besetzen — was ich weder befürworte noch bekämpfe, das muss verschwinden. Wem ich meine Aufmerksamkeit entziehe, das löst sich auf. Die zerstörerischen Kräfte brauchen negative Energien, um existieren zu können. Angst, Hass, Misstrauen und Schuldzuweisungen sind ein Festmahl für sie. Ich beschließe, ihnen dieses Futter nicht zu geben und die schädlichen Programme und ihre Kopien zu löschen.

Mit einem Klick ist es hier freilich nicht getan. Es braucht die Bereitschaft, beständig an sich zu arbeiten, immer wieder hinzuschauen und in sich hinein zu spüren, aufzulösen und über das Erlebte auszutauschen. So tue ich mein Bestes. Wird es mich retten? Werde ich heil durch das Chaos kommen? Werde ich das Tor durchschreiten in eine Welt der Verbundenheit in Vielfalt? Oder bin ich gar schon da? Gibt es das Paradies in der Hölle schon? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich hier, wo ich jetzt bin, auf eine gewaltige Linde blicke, deren herzförmige Krone in frischem Grün erblüht.


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Von Veritatis