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Diese Aufforderung kennen wir inzwischen von jedem Supermarkt: „Zahlen Sie möglichst bargeldlos!“ Zweifelsohne sind elektronische Zahlungsweisen schneller, einfacher, übersichtlicher und im Zweifel auch hygienischer. Sie bergen allerdings das Potenzial der totalen Kontrolle, wer, wann, wo und was eingekauft hat und geben dem Staat die Möglichkeit, missliebigen Bürgern sogar die Konten abzudrehen.

Von Franziska Bernhard

Zunächst haben die Banken ein Interesse daran, dass Menschen ihr Vermögen bei ihnen lagern. Denn: Bargeld verhindert, dass die Zentralbanken negative Zinssätze auferlegen, da die Menschen in diesem Fall ihr Bargeld aus dem Bankensystem abheben würden. Würde man sein Geld ins Sparschwein oder unter die Matratze stecken, würden die Banken nichts damit verdienen. Sobald alles Geld aber digital ist, hat man nicht mehr so einfach die Möglichkeit, sein Geld abzuheben und negative Zinssätze zu vermeiden. Man wird daher in einer Falle ohne Ausweg gefangen sein.

Auch Blockchain abhängig vom Staat

Während Libertäre und Anhänger von Kryptowährungen den dezentralen Charakter und den Mangel an staatlicher Kontrolle betonen, vergessen sie jedoch, dass keine Blockchain und kein Bitcoin ohne die bisher fast ausschließlich vom Staat zur Verfügung gestellte Infrastruktur funktioniert. Jede Blockchain hängt von kritischer Infrastruktur ab, einschließlich Servern, Telekommunikationsnetzen, dem Bankensystem und dem Stromnetz, die alle der staatlichen Kontrolle unterliegen. Die Regierungen wissen jedoch, dass sie die Technologieplattformen, auf denen Kryptowährungen basieren, nicht aufhalten können.

Darum wollen Regierungen das Bargeld abschaffen

Kein Wunder also, dass die Regierungen nicht nur versuchen, das Bargeld abzuschaffen, sondern auch die Technologien hinter Bitcoin und Co. zu kontrollieren. Jeder, der das Geld kontrolliert, kontrolliert die politische Macht, die Wirtschaft und das Leben der Menschen. Ebenfalls ist es kein Wunder, dass der IWF in einem Propagandavideo Kryptowährungen möglichst schlecht darstellen will. Aber gerade wegen ihrer Volatilität versprechen sie immense Gewinne, während die Negativzinsen auf dem sauer Ersparten nur Verluste generieren.

So erklärte beispielsweise die Globalistin Christine Lagarde, dass „Projekte rund um die Distributed Ledger Technologie, egal ob Krypto-Währungen oder digitalisierte Vermögenswerte, das Potential haben das gesamte System zu erschüttern. Auch einige Regierungsvertreter sehen durch Digitale Währungen eine ernsthafte Bedrohung der Stabilität von FIAT-Währungen.“

China ist schon längst dort, wo Europa hinsteuert: Das digitale Zahlungsformat ermöglicht es der Zentralbank, alle Transaktionen jedes Einzelnen in Echtzeit zu verfolgen. Peking möchte diese Funktion nutzen, um angeblich Geldwäsche, Korruption und die Finanzierung des „Terrorismus“ im Inland zu bekämpfen, indem die bereits gewaltigen Überwachungsbefugnisse der regierenden Kommunistischen Partei gestärkt werden. Tatsächlich aber hat China weder mit Geldwäsche noch mit Terrorismus ein Problem – es geht um soziale Kontrolle.

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Von Veritatis