Die NachDenkSeiten wollen hier auf ein Forum aufmerksam machen, das die Frage erörtert, wie es weitergehen kann für Kinder und Jugendliche in der derzeitigen Situation. Gastautorin Sandra Reuse sowie die Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V., vertreten durch Prof. Ralf Lankau (HS Offenburg) haben zusammen mit uns diese Aktion ins Leben gerufen und bitten um Ihre Meinung. Senden Sie Ihre Einblicke und Perspektiven sowie vor allem konstruktive Vorschläge, wie es weitergehen könnte bei diesem schwierigen Balanceakt zwischen Bildungsanspruch, den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen sowie notwendiger Covid-19-Prävention. Von Sandra Reuse, Ralf Lankau und dem NachDenkSeiten-Team.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Es geht erstmal nicht weiter. Die Schulen bleiben nun doch verschlossen für viele Schülerinnen und Schüler, in dieser Woche nach den Osterferien. Manche haben es am vergangenen Donnerstag erfahren, andere erst am Freitag: Weitere Tage, vielleicht auch Wochen, zwischen Bett und Schreibtisch stehen an, die nach Schema F ablaufen: Computer oder Tablet an, „Anwesenheit“ melden, zuhören oder auch nicht, mitmachen oder auch nicht, vielleicht auch wieder hinlegen. Oder zocken. Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler der 7., 8. und 9. Klassen erlebt das seit mehr als vier Monaten.

Aber auch diejenigen, die im Wechselunterricht in die Schule dürfen, machen teilweise belastende Erfahrungen. Sie leiden unter stundenlangem Masketragen, strengen Hygieneregeln oder Abstandsgeboten, die ein kindgerechtes Miteinander zumindest arg erschweren. Manche dürfen ihre besten Freundinnen und Freunde nicht sehen, weil die in einer anderen Präsenzgruppe betreut werden. Jetzt kommt als neue Herausforderung das umfangreiche Testen hinzu, das aus den unterschiedlichsten Gründen umstritten ist. So stellt sich z.B. die Frage, was mit Kindern passieren soll, die in der Schule positiv getestet werden, aber nicht unmittelbar von ihren Eltern abgeholt werden können. Und die dann, vielleicht zum wiederholten Male, 14 Tage das Haus bzw. Zimmer hüten müssen, auch wenn sie gar nicht krank sind. Den Rest siehe oben. Schulrealität im 21. Jahrhundert.

So kann es nicht weitergehen, das würden sicherlich die meisten Bundesbürger, vor allem aber die Betroffenen, unterschreiben. Denn eins ist klar, das seit nunmehr 13 Monaten währende Stop and Go belastet alle, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrer und Erzieher, aber natürlich auch die Schulleitungen sowie die Träger und Anbieter von Jugendsport-, Musik- und Freizeitangeboten. Letztere kommen in der öffentlichen Debatte allerdings bislang so gut wie gar nicht vor, obwohl ihre Bedeutung für den Kinder- und Familienalltag „vor Corona“ riesig war.

Ziel und Zweck des Forums

Weil es so viele unterschiedliche Perspektiven auf das Thema gibt und weil es dringend notwendig ist, zu praktikablen Lösungen zu kommen, möchten wir die Frage „Wie weiter an den Schulen?“ öffentlich erörtern. Wir wollen allen betroffenen Akteuren ein Forum bieten, um ihre Erfahrungen, Hinweise, Sorgen und Ängste, aber auch Vorschläge einzubringen: Schülerinnen und Schüler, Eltern (mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen als Berufstätige, ggf. Alleinerziehende, „Systemrelevante“ oder „Nicht-Systemrelevante“, Großfamilie, etc.), Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Schulleitungen und Träger von Jugendfreizeit- und Sporteinrichtungen.

Schule ist nicht nur Bildung, sondern auch ein sozialer Ort

Wir möchten damit einen Beitrag leisten zu einer sachlichen und auch fachlichen Debatte, in der es auch um pädagogische Fragestellungen und die psychischen und körperlichen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen gehen soll. Im Zentrum stehen soll dabei nicht nur das Recht auf Bildung, sondern auch das Bedürfnis der Kinder und Jugendlichen, sowie auch derjenigen, die sich um sie kümmern und mit ihnen arbeiten, nach einem humanen Miteinander. Und eine Rückkehr zur Planbarkeit für den Schul-, Betreuungs- und Familienalltag. Inklusive der Frage, was mit den Sommerferien ist und wie es danach weitergehen könnte.

Was wir von Ihnen wissen wollen:

  • Wie sind Ihre Erfahrungen nach einem Jahr Corona-Maßnahmen für Bildung und Betreuung? Was besorgt Sie, was beschäftigt Sie, gibt es auch positive Erfahrungen und gute Praxisansätze?
  • Was brauchen Schüler / Eltern / Lehrer / Erzieher und die organisatorischen Leitungen von Schulen und Freizeiteinrichtungen jetzt? Wie soll das Schuljahr weitergehen? Welche Perspektive wünschen Sie sich für die Sommerferien?
  • Wie können wir schnell ein breitenwirksames Bildungs-, Betreuungs- und Freizeitangebot realisieren, das sowohl realistischen Bildungszielen, als auch den sozialen, psychischen und körperlichen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht wird?

Bringen Sie sich ein:

Link zur Startseite des Forums „Wie weiter an den Schulen?“ Das Forum ist eine gemeinsame Initiative der NachDenkSeiten, der Gastautorin Sandra Reuse sowie des Bündnisses für Humane Bildung, vertreten durch Prof. Ralf Lankau. Ziel der zunächst anstehenden Analysephase ist es, die verschiedenen Perspektiven aller durch die Einschränkungen bei Bildung und Betreuung Betroffenen gleichberechtigt sichtbar zu machen. Dabei geht es sowohl um positive wie negative Erfahrungen mit der Digitalisierung als auch dem Umgang mit Lernrückständen und sozialer Ungleichheit. Ziel zwei ist es, nach kinder- und familiengerechten sowie pädagogisch anspruchsvollen Lösungen für den weiteren Verlauf des Schuljahres und die Zeit nach den Sommerferien zu suchen. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung!

Das Forum „Wie weiter an den Schulen?“ wird von den NachDenkSeiten unterstützt und journalistisch begleitet.

Tielbild: ARIMAG/shutterstock.com



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Von Veritatis