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Immer mehr renommierte Mediziner scheren aus der Corona-Erzählung der Regierung aus und üben scharfe Kritik an den Maßnahmen, mit denen Türkis-Grün den Bürgern seit geraumer Zeit ihre Grund- und Freiheitsrechte vorenthalten. Umso beachtlicher ist eine solche Kritik, wenn sie – wie im Fall von Günter Weiss – von ehemaligen Beratern der Regierung in der Corona-Krise stammen. 

Weiss war bis Oktober ein fester Bestandteil der Corona-Kommission, ehe er – womöglich auch wegen Unzufriedenheit mit der Test-Strategie der Regierung – plötzlich ausschied. Als Kanzler Kurz im Dezember die erste Runde der Massen-Testungen ankündigte, war es auch Weiss, der sich einmal mehr aus der Deckung traute und vorausschickte, dass er eine solche Aktion für sinnlos halte (Wochenblick berichtete). Nun legte der Infektiologe und Leiter der Inneren Medizin an der Uniklinik Innsbruck nach und stellte auch die Lockdowns infrage. 


Menschen als „Teil der Lösung, nicht Teil des Problems“

Wie etwa die Kleine Zeitung  am Donnerstag berichtet, vertrat Weiss die Ansicht, dass die Lockdowns durch Abnützung „stumpf“ geworden seien. Die Menschen hätten kein Verständnis mehr für die Maßnahmen und würden sich entsprechend auch nicht an den Lockdown halten. Aus diesem Grund hält der Experte auch Lockerungen der Regeln für zielführend.

Mit dem ständigen Blame-Game der Regierung kann er auch wenig anfangen: „Wir müssen es schaffen, dass man die Menschen überzeugt, dass sie durch ihr Verhalten Teil der Lösung sind und nicht Teil des Problems“. Er plädiert für einen Mittelweg, bei dem man die Menschen ihr Leben leben lässt, aber ihnen trotzdem Empfehlungen mitgibt, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Kontrollierte Öffnungen besser als ständige Verbote

Was er vorschlägt, erinnert stark an das, auch von wichtigen internationalen Forschern empfohlene „schwedische Modell“, auch wenn Weiss seine eigenen Vorschläge nicht bei diesem Namen nennt. Mit kontrollierten Öffnungen samt eingebauten Sicherheitsnetzen und Empfehlungen wäre laut Weiss ein positiverer Beitrag zur Eindämmung der Virus-Verbreitung zu erwarten als wenn man „dauernd auf Verbote setzt“.

Der Großteil der Ansteckungen passiere ohnehin bei privaten Treffen. Auch die Öffnung von Lokalen – sogar in Innenräumen – hält Weiss daher für einen sinnvollen Schritt. Es gelte laut dem Infektiologen, eine „positive Message an die Bevölkerung“ zu senden, dass man es einmal mit dem Vertrauen probiere.

Freiheitliche Spitzenpolitiker sehen ihre Politik bestätigt

Die Freiheitlichen sehen sich durch diesen fundierten Einwand in ihrer Kritik an den Maßnahmen der Regierung bestätigt. FPÖ-Parteichef Norbert Hofer betont daher: „Das ist auch unser Weg. Man muss auch auf die Eigenverantwortung der Menschen setzen.“ Es habe mit Sicherheit niemand in Österreich ein Interesse an steigenden Infektionszahlen, weshalb der blaue Bundesobmann sich sicher ist, dass Menschen sich in der Öffentlichkeit mit Bedacht verhalten würden. Hofer verwies zudem auf den Umstand, dass „Handel, Gastronomie und Hotellerie keine Infektionstreiber sind“. Es brauche daher in diesen Bereichen „rasch“ eine Öffnung.

Ähnlich äußerte sich auch FPÖ-Niederösterreich-Chef Udo Landbauer, dessen Bundesland kürzlich seinen regionalen Lockdown bis 2. Mai verlängerte. Er plädiert an Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) aufzuwachen: „Frau Landeshauptfrau, hören Sie auf, unsere Bevölkerung einzusperren und mit Strafen zu malträtieren. Es ist nicht die Aufgabe der Politik, Kofferraum-Kontrollen anzuordnen und nachzusehen, wer wann und wo wie viele Schuhe und Leiberl eingekauft hat.“ Ein Endlos-Lockdown sei „keine Lösung“, er fordert die Öffnung in seinem Bundesland bereits am Montag, ein „Startschuss für eine Rückkehr zur Normalität“ tue not. 

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Von Veritatis