4. Mai 2021 / 19:51


Mega-Skandal: Tiroler vermutlich aufgrund falscher PCR-Tests eingesperrt

In Tirol bahnt sich ein Mega-Skandal an. Offenbar war die Ausreisetestpflicht, die Mitte März begann und die morgen, am 5. Mai enden soll, gar nicht notwendig. Denn jetzt stellt sich heraus: Mehr als 200.000 Testergebnisse könnten falsch gewesen sein.

Zu Unrecht eingesperrt

Stimmen die Vermutungen, war die Tiroler Bevölkerung zu Unrecht eingesperrt. Der Tiroler FPÖ-Chef und Landtagsabgeordnete Markus Abwerzger kann die Husch-Pfusch-Aktion kaum fassen. Auf Facebook lässt er seinem Ärger Luft:

Unfassbar, wie dilettantisch unsere Landesregierung in dieser Pandemie vorgeht. Da wird ohne Ausschreibung ein Millionenvertrag gemacht mit einem Arzt, der seine Zulassung verloren hat, gegen den Verfahren laufen und der technisch gar nicht in der Lage ist, seine Aufgabe zu erledigen. Dieser Arzt führt dann die Hälfte aller PCR-Tests im Land durch, aufgrund deren Ergebnisse die Menschen eingesperrt, ihre Grundrechte beschnitten und in Angst versetzt werden. Darüber hinaus wurde durch diese (zweifelhaften) Testergebnisse das Ansehen Tirols über die Grenzen hinaus geschädigt und unser schönes Land des Öfteren zum Gespött als “Mutantistan” gemacht.

Dringliche Anfrage im Landtag

Gegenüber unzensuriert kündigt Abwerzger eine Dringliche Anfrage im Tiroler Landtag an. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wären laut Abwerzger auch „personelle Konsequenzen dringend notwendig“.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Bericht des Standard, der qualitativen Zweifel bei hunderttausenden PCR-Tests anprangerte. Offenbar, schreibt der Standard, hätte das Land Tirol den größten Auftrag für Corona-Tests einem Anbieter zugesprochen, der weder die fachlichen noch die technischen Voraussetzungen dafür erfülle.

Urologe darf keine Befunde machen

Die Tests führe demnach die Firma HG Labdruck durch. Das ist eine Tochterfirma der HG Pharma des Wiener Urologen Ralf Herwig, die im September 2020 mit Sitz in Kirchberg in Tirol gegründet wurde. Der Standard will herausgefunden haben, dass der Wiener Uruloge gar keine Befunde für PCR-Tests ausstellen dürfe, er schreibt:

Herwig ist Urologe – und um PCR-Tests befunden zu können, bedarf es eines Facharztes. Im Sommer 2020 hat Herwigs Firma dazu den Labormediziner Armin Schwarzbach in Augsburg kontaktiert und ihm eine Kooperation angeboten. Schwarzbach ließ sich in Österreich für diese Arbeit über Eintragung bei der Ärztekammer ermächtigen. Doch dann endete der Kontakt zu Herwig, wie er dem STANDARD erzählt. “Ich habe nie wieder von ihm gehört. Ich habe auch keine einzige Probe befundet und keinen Cent erhalten”, bestätigt Schwarzbach.

Knapp acht Millionen Euro verdient

Herwig selbst dürfe indes nicht mehr als Arzt praktizieren – und zwar aufgrund einer „einstweiligen Maßnahme“ der Disziplinarkommission der Ärztekammer. Gegen ihn sollen mehrere Prozesse laufen, wie auch der ORF berichtet.
Fast schon kriminell wird es, wenn man weiß, wie die Firma HG Labdruck zum lukrativen Vertrag in Tirol gekommen sein soll. Das private Labor habe bis heute knapp acht Millionen Euro verdient, aber der Auftrag wurde nie ausgeschrieben. Das kritisiert auch die Liste Fritz, deren Parteiobfrau Andreas Haselwantner-Schneider gegenüber dem ORF meint:

Wir haben Virologen, Experten, Institute, die wir hier im Land ansässig haben, die wollte man offensichtlich nicht. Man wollte einen Urologen aus dem Osten, der jetzt die Virologie übernimmt. Das klingt für mich sehr stark danach, dass da jemand gesagt hat, Günther Platter, nimm ihn doch! Das ist Freunderlwirtschaft!

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Von Veritatis